Erstellt am 12. April 2017, 02:48

von Maximilian Köpf

Der Weltmeister aus Schrems. Spontan nahm Snowboarder Philipp Jelinek auf Saison in Ischgl an der 9. Ski-WM der Gastronomen teil. Und holte sich bei schwierigen Bedingungen den Sieg!

Großer Jubel bei Philipp Jelinek (Dritter von links). Der 34-jährige Service-Mitarbeiter holte sich bei der Weltmeisterschaft der Gastronomen auf der Idalp in Ischgl die Gold-Medaille im Snowboard-Bewerb.  |  privat

Seit 18 Jahren steht Philipp Jelinek regelmäßig auf dem Snowboard, bewerbsmäßig gefahren ist der Schremser allerdings noch nie. Bis vergangene Woche. Da entschied sich der 34-Jährige, der momentan seine dritte Wintersaison als Service-Kraft im Ischgler Hotel Post verbringt, kurzfristig dafür, bei der 9. Ski-Weltmeisterschaft der Gastronomie in Ischgl (Tirol) teilzunehmen.

Dort ist jeder Gastronomie-Mitarbeiter teilnahmeberechtigt. Die zweitägige Veranstaltung lockte in den vergangenen Jahren 1.500 Starter aus 15 Nationen an. Am 5. April waren die Hoteliers, Gastronomen, Köche, Hotelmitarbeiter, Hotelfachschüler und Gäste an der Reihe. Am 6. April die Sommeliers, Barkeeper, Kellner, Winzer und Zilieferer – also auch Philipp Jelinek. Alleine im Snowboard-Bewerb waren 120 Teilnehmer unterwegs, erzählt er. Gefahren wurde ein Riesentorlauf in zwei Durchgängen.

„Die Freude ist riesengroß! Einige meiner Freunde sind auch mitgefahren, haben sich riesig mit mir gefreut.“ 
Philipp Jelinek (34), Gastronomen-Weltmeister

Vor den Läufen stand ein professionelles Coaching von ehemaligen Rennfahrern aus dem Weltcupzirkus für alle Starter am Programm. Unter anderem war der Ex-Weltmeister und fünffache Ski-Alpin-Gesamtweltcup-Sieger Marc Girardelli im Einsatz.

Die eisigen Verhältnisse im ersten Lauf machten Jelinek etwas zu schaffen. „Du hast am Snowboard ja nur eine Kante, dadurch ist es schwieriger, auf Eis zu fahren. Zumindest mir liegt es weniger“, schmunzelt er. Am Ende reichte es dennoch für den zweiten Zwischenrang.

Bei wärmeren Temperaturen und etwas weicher werdender Piste holte Jelinek im zweiten Durchgang auf und setzte sich mit einem starken Lauf noch an die Spitze. Damit holte er sich in seiner Klasse den Weltmeistertitel!

„Es hat wirklich sehr gut funktioniert. Die Bedingungen sind mir viel mehr entgegengekommen“, schildert er. „Die Freude im Ziel war natürlich riesengroß! Einige meiner Freunde haben auch teilgenommen und sich riesig für mich gefreut. Auch die Resonanz von meinem Arbeitgeber war toll.“

Und was macht er jetzt als Weltmeister so? Dasselbe wie vorher. Dienstbeginn jeden Tag um 20 Uhr. Sprach‘s und ging nach dem NÖN-Telefonat am Montagabend zur Arbeit …