Erstellt am 19. November 2015, 05:38

von Petra Suchy

"Mama kriegt Herzinfarkt". Einen Monat vorm nächsten Weltrekord-Versuch winkt der ausdauerndsten Frauenärztin Österreichs das härteste Non-Stop-Radrennen der Welt.

Couch-Gespräche mit dem berühmtesten Triathlon-Pärchen des Bezirks im Sole-Felsen-Bad: »Xandi« Meixner und Walter Wegschaider.  |  NOEN, Suchy

Keine zwei Wochen ist es her, da überraschte Alexandra Meixner mit ihrer Ankündigung, 2016 den Weltrekord im 20-fachen Ultra-Triathlon knacken zu wollen. Diese Woche legte sie nach: Die 44-jährige Frauenärztin aus Harmanschlag hat sich auch fürs legendäre Race Across America (RAAM) qualifiziert und spult somit einen Monat vorm Double-Deca-Triathlon 4.800 Radkilometer (bei 52.000 Höhenmeter!) von der West- bis zur Ostküste der USA herunter.

NÖN: Im Juni mit dem Rennrad von der Wüste ins Hochgebirge quer durch die USA, einen Monat später 20 Triathlons in 20 Tagen über die Ironman-Distanz (3,8/180/42,2km) in der Schweiz. Was sagt die Mama zu den neuen Wettkampf-Plänen?

Alexandra Meixner: Die kriegt wahrscheinlich einen Herzinfarkt, wenn sie das liest (lacht).

Walter Wegschaider: Wir haben ihr noch nichts davon erzählt, weil sie immer Angst hat, die „Xandi“ könnte sich ruinieren.

Warum dann gleich zwei solche Kaliber in einem Jahr?

Meixner: Zum Race-Across-America-Ticket bin ich zufällig gekommen, als mir der Veranstalter gesagt hat, ich dürfe trotz verpassten Zeitlimits starten. Und die Schweizer veranstalten den Double-Deca ja extra für meinen Weltrekord-Versuch. Da kann ich auch nicht absagen. Also muss ich beides machen.

Hand aufs Herz: Kommt bei so viel sportlicher Ambition nicht manchmal die Arbeit zu kurz?

Meixner: Gar nicht. Mein Tag beginnt um 4.15 Uhr, dann radle ich von Harmanschlag in meine Ordination nach Schrems. Ich arbeite etwa 60, 65 Stunden pro Woche, kann mir meine Zeit aber flexibel einteilen. Wenn ich eine Mittagspause fürs Schwimmtraining im Sole-Felsen-Bad nutze, bleibe ich für Beratungen oder die Buchhaltung halt länger in der Ordi. Für mindestens einen der beiden Wettkämpfe muss ich mir aber eine Vertretung suchen.

Wie viel Budget muss 2016 in den Sport investiert werden?

Meixner: Für den Ultra-Triathlon werden Walter und ich rund je 8 bis 10.000 Euro brauchen, fürs RAAM rechnen wir inklusive Ausrüstung, Flug, zweier Mietautos, Tanken usw. mit rund 40.000 Euro. Unsere siebenköpfige Crew um Teamleiter Werner Vogl steht fest, mit der Organisation und der Sponsoren-Suche haben wir auch schon begonnen.

Welche Erfahrungen könnt ihr vom Race Around Austria (RAA) mitnehmen?

Meixner: In Amerika muss ich mehr aus den 15 Minuten Schlaf nach jeder Etappe herausholen, also mein Pausenmanagement verbessern. Ganz viele Tipps gibt mir auch Vorjahressieger Severin Zotter, mit dem ich in Kontakt bin. Immerhin müssen wir die Vorbereitungen von zwei Jahren in neun Monaten unterbringen.

Wie sehr schweißt euch eure Sportlerleidenschaft zusammen?

Meixner: Es ist das Erlebnis, das Abenteuer, das süchtig macht. Es ist toll, wenn man so etwas teilen kann. Darum beneiden uns viele Paare, auch wenn ich manchmal befürchte, dass ich ihm zu fad bin, weil ich ansonsten nicht viel ausgehe – er ist ja fünf Jahre jünger.

Wegschaider zu Meixner: Schenk mir nur einen Tag, an dem mir fad ist (lacht)!