Erstellt am 15. Oktober 2015, 05:27

von Maximilian Köpf

Wandern: Jede Woche ein Marathon. Schon 3.000 Kilometer wanderte Johannes Macho aus Aalfang heuer bei Marathons quer durch Österreich und Umgebung. Die Krönung: Zweiter Platz bei der WM in Tauplitz!

Stolz präsentiert Johannes Macho aus Aalfang seine WM-Trophäen. Gerne führt er auch andere in die Magie des Marathon-Wanderns ein (Kontakt: bettina.macho@drei.at).  |  NOEN, M. Köpf

Die Donau rauf, über die Brücke, die Donau runter, wieder über die Brücke, dasselbe noch einmal und das alles auf Asphalt – 42 Kilometer lang. In Momenten wie diesen liebt Johannes Macho sein Hobby nicht gerade.

Den beschriebenen Wander-Marathon in Pöchlarn ging er nur des Stempels wegen. Schließlich ist der Aalfanger auf dem besten Weg, die Jahreswertung im Österreichischen Wander-Marathon-Cup zu gewinnen. „Im Vorjahr haben dem Sieger 36 Marathons gereicht, ich bin jetzt schon bei 39 und habe noch einiges vor“, sagt Macho. Etwa am Samstag: Da ist er in Litschau am Start.

Vom Wanderfieber vor drei Jahren gepackt

Mit einem gelaufenen Marathon hat ein gewanderter nur die Distanz gemeinsam. Es geht bergauf und bergab, beim „Koasamarsch“ in Tirol müssen 2.300 Höhenmeter absolviert werden. Oder beim Marsch rund um den Balaton in Ungarn. Dort ist es zwar flach, aber einige Vulkanhügel prägen die Umgebung. „Und auf jeden einzelnen jagen sie dich rauf“, lacht Macho, der aber genau deshalb Marathons wandert. „Die Landschaft, die du dabei siehst und erlebst, ist einmalig. Und neue Leute lernst du auch auf der Strecke kennen.“

Das Weitwander-Fieber hat den ÖBB-Servicetechniker 2013 gepackt. Damals hat er zum Spaß am Marathon in Allentsteig teilgenommen – und fand Anschluss. Heute ist er Mitglied der Wanderfreunde Traunstein im Salzkammergut und wandert jede Woche mindestens einen Marathon. 3.000 Kilometer hat er heuer schon beisammen.

„Ich bin nicht aus dem Auto gekommen,
weil die Beine so wehgetan haben.
Heute könnte ich täglich gehen.“
Johannes Macho über seine Wander-Marathon-Anfänge

„Anfangs war es ein Wahnsinn. Oft konnte ich nicht einmal aus dem Auto aussteigen, weil meine Beine so wehgetan haben“, erinnert sich Macho. „Heute könnte ich jeden Tag gehen. Es ist wie eine Sucht.“

Den Beweis trat Johannes Macho bei der IVV-Wander-Weltmeisterschaft im September unter 700 Startern aus 18 Nationen in Tauplitz/Bad Mitterndorf an. Dort wanderte er an den drei Tagen insgesamt 169 Kilometer und holte sich damit den zweiten Platz hinter dem deutschen Ex-Läufer Guido Hetzenegger (207km).

Für diese Wertung werden die Distanzen aller Wanderrouten addiert, die die Teilnehmer von Donnerstag bis Freitag wandern. Zwischen 8 und 12 Uhr können beliebig viele Strecken absolviert werden. Am Samstag wurde um 6.30 Uhr ein Marathon gestartet. Wer diesen vor Mittag absolviert hatte, konnte noch eine zweite Strecke anhängen. Macho und Hetzenegger schafften das als einzige Männer. „Ich bin‘s locker angegangen, wollte am zweiten Tag mehr Kilometer schaffen. Und am dritten Tag hat mich plötzlich meine Frau angerufen und gesagt, dass ich Zweiter bin“, schmunzelt er.