Erstellt am 08. September 2015, 10:08

von Maximilian Köpf

Legionäre: Die Klubs hielten Wort. Ein Jahr nach dem Fall der Beschränkungen, haben nur sechs Vereine mehr als drei Legionäre im Kader. Tendenz fallend.

 |  NOEN, Maximilian Koepf

Was war das für ein Aufschrei, als vor einem Jahr die Ausländerbeschränkung seitens der EU fiel und vom NÖ Fußballverbanddurch die neu eingeführte Verbandsspielerregelung etwas abgeschwächt wurde. Kaum ein Verein konnte sich damals vorstellen, über die „magische“ Grenze von drei Legionären zu kommen.

Ein Blick auf die Kaderlisten zeigt, dass die meisten Bezirksvereine Wort gehalten haben. Nur sechs Vereine haben mehr als drei Nicht-Österreicher in ihren Reihen. Etliche Klubs, unter anderem St. Martin und Eibenstein (trotz Aufstieg), haben im Sommer die Zahl reduziert.

"Es ist ein Weg, den wir nicht gerne gehen“

Auffällig ist, dass es offenbar höherklassig ohne Hilfe von außen nicht mehr geht. Alle drei Landesligisten beschäftigen fünf Legionäre. „Es ist ein Weg, den wir nicht gerne gehen“, sagt SC-Gmünd-Obmann Karl Bauer. „Wir könnten aber sonst die Qualität nicht halten.“ Als Kompromisslösung kamen im Sommer Stefan Steininger und Peter Genowitz zurück. „Um den Gmündern mehr Gmünder bieten zu können“, so Bauer.

Die Grenznähe legitimiere den Blick darüber hinaus, meint Gottfried Schreiber, Obmann des ASV Schrems, wo seit dem Winter fünf Legionäre kicken. „Ein Spieler aus Budweis oder Znaim ist hier eher heimisch als ein Wiener“, argumentiert er.

„Auswärtige“ Spieler haben Tradition

Fast Tradition haben „auswärtige“ Spieler beim SC Amaliendorf. „Wir sind ein kleines Dorf, hatten daher immer viele auswärtige Spieler“, erzählt Obmann Michael Pichler. „Früher Wiener, heute Tschechen. Eine Dauerlösung mit fünf „Gastarbeitern“ strebt indes keiner der drei Vereine an.

Etwas anders sieht das Werner Fischer, Obmann des SV Kirchberg, wo vier Tschechen spielen. Eine Beschränkung würde er begrüßen, aber sonst eher nicht freiwillig reduzieren. „Du kannst sonst nicht vorne mitspielen, das zeigt ja schon ein Blick auf die Torschützenliste.“ Ganz wohl war dem SVK bei der Verpflichtung von Milan Horak, dem vierten Legionär, 2014 aber nicht. „Wir haben die Spieler gefragt, nicht, dass sie dann den Hut drauf hauen“, so Fischer. „Aber im Gegenteil: Sie waren sogar froh, freuten sich, wieder vorne mitspielen zu können.“


Hintergrund

2. Landesliga West

SC Amaliendorf: Josef Moravec (Tormann), Miroslav Hozda, Frantisek Jakubec (beide Verteidigung), David Langer (Spielertrainer, Mittelfeld), Petr Bartejs (Sturm; alle Tschechien)

SC Gmünd: Karel Slama, Stepan Wasserbauer (bd. Verteidigung), Michal Mašát (Mittelfeld), Ondrej Hacka, Michal Kanak (bd. Sturm, alle Tschechien)

ASV Schrems: Milan Pastucha (Tor, Slowakei), Michal Macha (Verteidigung, Tschechien), Robert Pacinda (Slowakei), Filip Chlup (bd. Mittelfeld), Jiri Mlika (Sturm, beide Tschechien)

1. Klasse Waldviertel

SV Weitra: Roman Pivonka (Verteidigung), Lukas Adam, Vaclav Koloušek (beide Mittelfeld), Daniel Zinke (Sturm, alle Tschechien)

2. Klasse Waldviertel Süd

SV Kirchberg/Walde: Ales Benkovsky (Verteidigung), Pavel Beranek (Mittelfeld), Milan Horak, Josef Sevcik (beide Sturm, alle Tschechien)

SV Langschwarza: Pavel Kriz (Tor), Vit Hrabcak (Verteidigung), Marek Pomeje (Mittelfeld), Pavel Hajek (Sturm, alle Tschechien)