Erstellt am 08. September 2015, 10:03

von Maximilian Köpf

"Lief besser als erwartet". Schremser-Beers-Vorstand Wolfgang Styll über die Rückkehr in die Regionalliga, die Schlag-Dominanz Granitstädter und Probleme mit dem Nachwuchstraining.

Die Schremser Beers fassten nach dem Durchmarsch aus der Landesliga Ost auch schnell in der Regionalliga Ost Fuß. „Wir haben um den Titel mitgespielt“, sagt Beers-Vorstand Wolfgang Styll.  |  NOEN, privat

Mit einem knappen 9:10 im Halbfinale gegen die Piratas del Caribe beendeten die Schremser Beers vergangene Woche die Comeback-Saison in der Regionalliga auf dem dritten Platz. Im NÖN-Interview zieht der geschäftsführende Vorstand Wolfgang Styll Bilanz.

NÖN: Vor einem Jahr sind die Beers Landesliga-Meister geworden und haben danach lange überlegt, ob sie wirklich aufsteigen wollen. War der Gang in die Regionalliga der richtige Weg?
Wolfgang Styll: Es hat sich definitiv ausgezahlt. Das Niveau in der Regionalliga war aber schon sehr hoch. Dass wir da wirklich so weit vorne mitspielen, hätte ich nicht erwartet. Die Burschen waren aber wirklich sehr engagiert. Zudem hatten wir kaum Ausfälle. Das muss man auch sagen.

Die neue Saison brachte auch eine neue Sportliche Leitung. Mit dem dritten Platz hat’s sportlich ja gut funktioniert.
Die neue Leitung um Hannes Filler funktioniert überhaupt gut. Die Burschen sind fast alle im gleichen Alter, helfen zusammen. Beim Match kümmert sich Hannes um die Aufstellung, die Auswechslungen und das Coaching. Da ist für ihn als Playing Manager viel zusammengekommen, aber wie gut er das geschafft hat, zeigt die Auszeichnung zum MVP der Regionalliga (Most Valuable Player; wertvollster Spieler, Anm.). Darüber hinaus gab‘s auch drei Golden Gloves der Liga für Thomas Rzepa (Catcher), Daniel Bauer (First Base) und Hannes Filler (Shortstop).

Was hat euer Spiel ausgemacht?
Wir haben die beste Offensive und die beste Defensive der Liga. Nur beim Pitching fällt‘s etwas ab. Die Leistungen waren aber dennoch sehr stark. Daniel Spazierer hat uns getragen, wirklich gute Leistungen abgeliefert. Für Michael Meindl lief‘s gegen Ende der Saison nicht mehr so zusammen. Dominik Bauer und Thomas Wurz in ihrer ersten Werfer-Saison haben die Sache gut gemacht.

"Wir haben die beste Offensive und die beste Defensive der Liga!"

Die Umstellung auf den Holzschläger hat Ihnen Kopfzerbrechen bereitet. War das unbegründet? Immerhin waren die Beers mit einer Batting Average von 36 Prozent die besten der Liga.
Der Holzschläger verzeiht weniger Fehler, du musst viel genauer treffen. Unbegründet waren die Bedenken nicht. Aber die Burschen haben den Umstieg sehr gut hinbekommen.

Mit 31 Homeruns haben die Schremser Beers um elf mehr geschafft als die restliche Liga zusammen, das nächstbeste Team kam gerade mal auf sieben. Wie erklären Sie sich diese Überlegenheit beim Schlagen?
Wir sind traditionell sehr schlagstark. Da haben die amerikanischen Trainer in der Vergangenheit wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Die Burschen, die jetzt spielen, waren ja großteils damals auch schon dabei.

Heuer war‘s der dritte Platz. Was fehlt zum ganz großen Coup?
Es fehlt weniger, als man denkt. Wir haben fünf Partien nur mit einem Punkt verloren, auch das Halbfinale. Es war auch Pech dabei, womit ich die Leistung der Piratas nicht schmälern will. Wir hätten sogar für Aufstiegsturnier in die BBL genannt, nehmen dort aber jetzt nicht teil. Der Aufstieg in die zweite Bundesliga wäre für uns ohnehin kein Thema gewesen. Da würde es dann schon nach Vorarlberg und Tirol gehen. Dafür fehlen das Personal und die Zeit.

"Es fehlt weniger, als man denkt. Wir haben fünf Partien nur mit einem Punkt verloren, auch das Halbfinale."

Auf der Beers-Homepage sind noch immer die Berichte der Kiddy Beers und der Little Beers nachzulesen. Der letzte Eintrag stammt jedoch von 2009. Gibt es Überlegungen den Nachwuchssektor wieder aufleben zu lassen?
Die Ideen gibt‘s, ja. Für den Nachwuchsbereich mangelt es aber an Betreuern bzw. an deren Zeit. Wir wären im Waldviertel der einzige Club mit Nachwuchs, müssten mindestens nach Tulln, meistens nach Wien fahren.

Wie geht‘s jetzt weiter für die Schremser Beers?
Es gibt immer was zu tun. Das Beers Field wird laufend auf Vordermann gebracht. Und ganz vorbei ist der Baseball in Eugenia ja noch nicht. Die Zwettler Originals haben noch ein Heimspiel und am 3. Oktober ist der Braustädte-Cup. Aber dann haben wir Winterpause.