Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:52

von Maximilian Köpf

Schremser haben Benzin im Blut. Wie die Schremser Christian Maier und Eva Pichler mitten im Hausbau mit dem Rallyefahren starteten und heuer einer der wenigen Waldviertler Vertreter sind.

Seit jeher im Golf II unterwegs - mittlerweile schon im dritten: Christian Maier und Eva Pichler (Co-Pilotin im Auto und im Leben).  |  NOEN, M. Köpf

„Das kann’s noch nicht gewesen sein!“ Von Motocross über Autocross und Autoslalom hatte er alles durch – bis er seine Motorsport-Karriere wegen des Hausbaus auf Eis legen musste. Auf der Terrasse seines Rohbaus packte Christian Maier 2001 aber wieder das Benzin im Blut. „Ich habe hin und her überlegt, was ich fahren könnte, bin eigentlich wieder bei Autocross gelandet“, erinnert sich der Schremser im NÖN-Gespräch. „Da wäre aber Eva wieder alleine daheim gesessen.“ Eva Pichler, das ist Maiers Lebensgefährtin, wollte etwas gemeinsam mit ihrem Mann machen. „So sind wir zur Rallye gekommen. Die Eltern haben uns zwar den Vogel gezeigt, mitten im Hausbau mit dem Rallyefahren zu starten. Aber da stand‘s schon fest.“

14 Jahre sind seit dem Abend auf der Rohbau-Terrasse vergangen und das Racing Team Maier zählt zu den Fixpunkten im heimischen Rallye-Zirkus – einer der wenigen. „Zu Beginn waren 15-20 Waldviertler Teams am Start. Heute sind’s bestenfalls drei – Gerry Pöschl, Roman Mühlberger und wir“, erzählt Maier. „Der Aufwand wird immer größer, das wollen sich viele nicht mehr antun.“

„Die Zuschauer sind im Waldviertel immer top“

Während andere aber aufhören, werden Maier/Pichler immer besser. 2013 war das bisher beste Jahr. Da wurde das Duo im Histo-Cup Zweiter. Im Titelkampf unterlagen die Schremser knapp Kurt Göttlicher.

In diesem Kampf bestritt Maier auch die Waldviertel-Rallye ein letztes Mal. Denn die einstige Heim-Rallye ist kein Fall mehr für den 44-Jährigen. „Das hat heute mit der Waldviertel-Rallye nichts mehr zu tun“, bedauert er. „Außerdem ist mir der Schotter-Anteil zu hoch.“ Seinem frontgetriebenen Golf II GTI 16V fehlt das Kurven-Gen. „Walter Röhrl hat einmal gesagt: Mit Frontantrieb schaut jede Kurve aus wie ein Unfall“, lacht Maier.

Den losen Untergrund mag er schon, aber nur fein und mit viel Asphalt dazwischen. Da kamen ihm die drei Heim-Rallyes heuer recht. „Die Sonderprüfungen waren echt toll. Und die Zuschauer sind im Waldviertel immer top.“ Neben der Schneerosen-Rallye standen mit Zwettl und Dobersberg gleich zwei neue Rallyes an. „Vielleicht entwickelt sich ja wieder etwas größeres im Waldviertel“, hofft er.

Daheim hat der KFZ-Mechaniker seinen Golf gut im Griff. „Bei der Schneerosen hab ich etwas geschlafen, aber danach lief’s echt gut“, bilanziert er. In Zwettl war er auf Podestkurs, bis das neue Getriebe versagte, Dobersberg beendeten Maier/Pichler als Klassen-3. und im Wechselland holte er sich dazwischen den zweiten Platz.

Die Heim-Rallyes hat das Granitstädter Duo auch 2016 fest eingeplant. Am genauen Programm feilen die beiden aber noch. „Mal abwarten, was der Kalender hergibt“, sagt Eva Pichler. Der Sprung ins Ausland würde beide reizen – nach Tschechien. Oder Italien? Maier: „Die Rally Alpi Orientali will ich unbedingt einmal fahren.“