Erstellt am 19. Juli 2017, 01:42

von Maximilian Köpf

Pleiten, Pech und Pannen. Motorschäden pflastern bisweilen den Weg des Racer4Kids-Piloten Andy Fichtenbauer. Erst zwei Starts und eine Zielankunft. „Ich habe dafür keine Erklärung!“

Erst einmal kam Andy Fichtenbauer (Mitte) heuer auf seiner Yamaha R1 ins Ziel – und holte sich gleich den IOEM-Sieg am Slovakiaring.  |  privat

So verheißungsvoll das Jahr für Andreas Fichtenbauer begonnen hatte, so viele Rückschläge musste der Racer4Kids-Pilot in der ersten Jahreshälfte einstecken. Technische Probleme waren bisweilen treue Begleiter des Schremser Charity-Racers und verhinderten die meisten Rennstarts im bisherigen Saisonverlauf.

„Ich habe keine Erklärung dafür“, wundert sich Fichtenbauer. „Wir analysieren und analysieren, aber finden keinen Grund für die Motorprobleme.“ Daher war der Schremser auch beim eigentlich fix eingeplanten Heimrennen am Red-Bull-Ring am vergangenen Wochenende nicht am Start. Schon den AlpeAdria-Saisonstart Mitte Mai in Poznan (Polen) musste er wegen technischer Probleme auslassen. „Ich hatte zwei Motorschäden durch Produktionsfehler am Kettenrad“, sagt er. „Das Motorrad wurde nicht rechtzeitig fertig.“

Also volle Konzentration auf den Saison-Höhepunkt: den Langstrecken-WM-Lauf über acht Stunden für das Yamaha Austria Racing Team (YART) am Slovakiaring – parallel dazu konnte er die AlpeAdria- und IOEM-Rennen fahren. Jedenfalls hätte er gekonnt, wenn seine Yamaha R1 mitgespielt hätte…

Die bockte nämlich auch am Slovakiaring, aber erst später. „Die ersten Tage sind gut verlaufen“, erzählt Fichtenbauer, der von den Nachttrainings angetan war. „Eine irrsinnig verrückte Erfahrung, in der Dunkelheit mit knapp 300km/h auf eine Kurve blind zuzufahren.“

Die gute Laune verflog aber schnell. Kleine technische Probleme und ein Sturz von Teamkollege Adi Kernstock. Die R1 musste neu aufgebaut werden. Im Rennen ging‘s von Startplatz 25 auf Rang 15 nach vorne. Aber der nächste Rückschlag: Fichtenbauer stürzte. Er konnte zwar weiterfahren, jedoch nicht lange. Die letzten vier Stunden des Rennens hatten es in sich: undichte Bremsleitung, kaputte Sensorring, gebrochener Lenkungsdämpfer, lockerer Lenker.

Und als das alles im Griff schien, ging der Motor hoch. Ausfall. Eine Viertelstunde vor Schluss.

„Wir waren natürlich bitter enttäuscht“, so Fichtenbauer. „Etwas getröstet hat uns aber, dass wir mit weniger technischen Problemen WM-Punkte holen hätten können.“

Der folgende Tag brachte schließlich ein Erfolgserlebnis: Im AlpeAdria-Rennen wurde er Vierter und gewann damit die Staatsmeisterschaftswertung. Den zweiten IOEM-Lauf am Slovakiaring musste der Schremser auslassen. Motorprobleme.

Damit hat der Benefiz-Racer bisher nur eines von vier Saisonrennen bestritten. „Der Plan ist, am Pannoniaring Ende Juli starten zu können.“ Das nächste Rennen wäre dann schon das Saisonfinale in Rijeka. „Wenn alles gut geht, bin ich auch dort am Start. Andererseits überlegen wir, das Finale auszulassen, um Geld zu sparen“, sagt er. „Aufgrund der vielen Probleme und der wenigen Sponsoren dieses Jahr bin ich finanziell am Ende, möchte für nächstes Jahr retten, was zu retten ist.“