Erstellt am 01. Juni 2016, 05:45

von Maximilian Köpf

Regen, Stürze & Erkenntnisse. Andreas Fichtenbauer und seine neue Maschine sind noch keine besten Freunde, standen bei wechselhaften Bedingungen beim Saisonstart am Slovakia-Ring aber einiges durch.

Im Rennen stark, aber beide Starts verschlafen und am Ende die Traktion am Hinterrad verloren: Andreas Fichtenbauers Saisonauftakt in der Slowakei.  |  NOEN, privat

Wechselhaft präsentierte sich am ersten Rennwochenende auf dem Superbike nicht nur das Wetter rund um den Slovakia-Ring, sondern auch die Leistungen des Racer4Kids-Piloten Andreas Fichtenbauer.

Das freie Training im Trockenen nutzte der Schremser noch, um zu checken, wie viele Schäden seine neue Yamaha R1 vom Sturz am letzten Testtag davongetragen hatte. „Einige Probleme konnten wir dann im zweiten Trainingslauf ausmerzen. Aber leider nicht alle“, so Fichtenbauer. Starkregen verhinderte das dritte Training, das vierte wurde auf nassem Asphalt gefahren – genauso wie das Qualifying, das der Charity-Racer etwas verhaute: Startplatz 14.

Dorthin musste er im ersten Lauf dreimal zurückkehren. Die Sonne lachte in der Nähe von Bratislava zwar pünktlich zum Superbike-Start vom Himmel, doch Kollisionen und technische Defekte anderer Fahrer sorgten für drei Abbrüche. Erst der dritte Start klappte – und just diesen verschlief Fichtenbauer und musste im Rennverlauf einige Plätze gutmachen.

„Es war nicht gerade problemlos.
Aber wir konnten viel lernen –
über die Superbike-Klasse und meine R1.“
Andreas Fichtenbauer nach seinem
Saison-Auftakt auf dem Slovakia-Ring

Aber der Schremser stellte einmal mehr seine Rennfahrer-Qualitäten unter Beweis und kämpfte sich auf den vierten Staatsmeisterschafts-Rang (5. in der AlpeAdria-Meisterschaft) nach vor – nur Sekundenbruchteile hinter Platz zwei. „Damit konnte ich echt gut leben“, sagte der Schremser, der am Sonntag nachlegen wollte. „Dazu haben wir das Setting nochmals verändert.“

Ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte. Ohne Warm-up ging‘s direkt ins Rennen, das nach einer wilden Kollision in der ersten Kurve neu gestartet werden musste. Neuerlich erwischte Fichtenbauer den Start nicht ideal. Er verlor seine fünfte Position und musste durchs Feld pflügen. „Ich hatte einige starke Gegner zu überholen“, erzählt er. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Nach wenigen Minuten schwand der Grip am Hinterrad und er musste die Geschwindigkeit drosseln. Am Ende reichte trotzdem noch für den fünften Platz in der Staatsmeisterschaft und den achten Rang in der AlpeAdria-Zentralmeisterschaft.

„Ich muss damit zufrieden sein“, knirscht Fichtenbauer etwas mit den Zähnen. „Das erste Rennwochenende ist nicht gerade problemlos verlaufen. Aber wir konnten viel lernen – über die Superbike-Klasse und die R1, die wir mit jedem Kilometer besser verstehen. Wir arbeiten immer noch an der Abstimmung. Aber eines zeigt sich schon: Das Potenzial ist da.“

Weiter geht‘s für das Racer4Kids-Team jetzt am Pannonia-Ring. „Da wird‘s wohl noch enger hergehen“, erwartet Fichtenbauer. „Die Strecke ist bei vielen Österreichern beliebt. Da haben viele Konkurrenten hunderte Runden Vorsprung auf mich.“