Erstellt am 21. April 2016, 06:14

von Maximilian Köpf

Über die Hintertür zu Olympia. Stefan Fegerl spielte stark, verpasste die Quali für Rio in Halmstad, darf aber wohl wegen Weltrangliste mit.

Entschlossener Blick nach vorne. Mit einer Woche Pause will Stefan Fegerl seine Akkus nach der Olympia-Quali für die kommenden, letzten Aufgaben mit SG Weinviertel NÖ wieder aufladen.  |  NOEN, Karl Stöger

Eigentlich wollte sich Stefan Fegerl den Umweg über die Mai-Weltrangliste nach Rio de Janeiro ja sparen. Nach dem Qualifikationsturnier im schwedischen Halmstad mit Lospech ist der Unterlembacher aber froh, durch die Hintertür zu den Olympischen Spielen schlüpfen zu können.

„Ich habe durch meine starken Leistungen etliche Punkte für die Weltrangliste geholt“, sagt Fegerl im NÖN-Gespräch, „werde wahrscheinlich sogar auf den 23. Platz aufsteigen. Da bin ich sehr zuversichtlich, dass ich es geschafft habe.“

Die Top 22 der Welt vom Mai – bereinigt auf zwei Spieler pro Nation und ohne Spieler, die nicht an Olympia-Quali-Turnieren teilgenommen haben – ergattern die letzten Flugtickets nach Brasilien. Da in den besten 22 im April alleine sechs Chinesen vertreten waren, darf Fegerl also wohl schon mit dem Packen beginnen.

Das ist der gerechte Lohn für das starke Quali-Turnier, das Fegerl in Schweden ablieferte. Von acht Spielen gewann er sechs. „Ich bin wirklich sehr zufrieden mit meiner Leistung“, sagt Fegerl, für den erst im Semifinale gegen den starken Franzosen Emmanuel Lebesson Schluss war (0:4). „Ich hatte auch das ganze Turnier über etwas Lospech“, bilanziert er, spricht aber auch von einem der härtesten Turniere in seiner Karriere. „Acht Spiele in drei Tagen gehen sehr an die Substanz  – noch dazu auf diesem Niveau.“

Fegerl verzichtet auf Start bei Polen Open

Nach den anstrengenden letzten Wochen und im Wissen, die Olympia-Quali wohl erfolgreich abhaken zu können, schraubt der 27-Jährige jetzt die Intensität etwas herunter. Die Teilnahme an den Polen Open am Wochenende in Warschau, wo er im vergangenen Oktober erstmals in einem World-Tour-Finale stand, lässt er sausen. „Die Olympia-Quali war sehr anstrengend, überhaupt waren die vergangenen Wochen sehr zeitintensiv“, sagt Fegerl. „Da nehme ich die paar Weltranglisten-Punkte, die ich dadurch verliere, in Kauf. Im März war ich nur zwei, drei Tage daheim, im April war‘s bisher nicht anders.“

Nach der Rückkehr aus Schweden tritt Fegerl jetzt erst einmal etwas kürzer: „Ich werde mich diese Woche komplett runterfahren, meine Akkus aufladen.“ Denn am 1. Mai geht‘s schon weiter nach Bremen zum ersten Teil des ETTU-Cup-Finales.