Erstellt am 29. September 2015, 18:42

von Maximilian Köpf

Stefan Fegerl schoss Österreich zum EM-Titel. Groß aufspielender Fegerl schoss Österreich zum historischen Erfolg über Deutschland bei der Team-EM in Jekaterinburg.

Noch immer nicht zu seiner Form zurückgefunden hat Stefan Fegerl. Gegen Eslövs' Matthias Oeversjö unterlag er in fünf Sätzen. Den Aufstieg ins Viertelfinale hat er mit Weinviertel NÖ dennoch fixiert.  |  NOEN, D. Fischer
Die Sensation ist perfekt! Die österreichische Tischtennis-Nationalmannschaft ist zum ersten Mal Europameister. In einem packenden Endspiel gegen die, trotz des Ausfalls von Top-Spieler Timo Boll, zu favorisierende Truppe aus Deutschland katapultierten sich die Österreicher am Dienstagabend im russischen Jekaterinburg mit 3:2 an die Spitze Europas.

Den alles entscheidenden Punkt holte der groß aufspielende Stefan Fegerl gegen Patrick Baum in meisterlicher Manier – ganz cool. Der Unterlembacher ließ dem Deutschen keine Chance und deklassierte ihn mit 3:0.

Überform unter Beweis gestellt

Schon in seiner ersten Partie hatte Fegerl seine Überform unter Beweis gestellt. Mit einem blauen Auge rettete sich der deutsche Spitzenspieler Dimitrij Ovtcharov gerade noch vor seiner ersten Niederlage gegen den Waldviertler. Nach dem siegreichen ersten Satz brachte der Niederösterreicher den Weltranglistenfünften in den folgenden Sätzen gehörig ins Wanken. Im vierten Satz wehrte Fegerl aber gleich fünf Matchbälle des Deutschen ab und zwang ihn in den Entscheidungssatz. Dort drängte er Ovtcharov an den Rand der Niederlage, erspielte sich seinerseits einen Matchball. Diesen wehrte der Deutsche jedoch ab und drehte das Match.

Für die anderen beiden Punkte der Österreicher sorgten Spitzenmann Robert Gardos, der in der Auftaktpartie gegen Baum einen 0:2-Rückstand wettmachte, und Fegerls Vereinskollege bei SG Weinviertel NÖ, Daniel Habesohn. Patrick Franziska zwang Habesohn zwar nach dessen schnellen zwei Satzsiegen über die volle Distanz. Der Österreicher ließ sich die Butter aber nicht vom Brot nehmen und verwehrte den zweiten von sechs Matchbällen.

Und weil sich Ovtcharov im Duell der Spitzenspieler von Gardos nicht ins Trudeln bringen ließ und in vier Sätzen gewann, war die Tür offen für Fegerls ganz großen Moment.