Erstellt am 10. November 2015, 05:57

von Ingrid Vogl

WM kann für Kromoser kommen. Nach einem Monat Training in Geisingen saß Christian Kromoser am Sonntag bereits im Flieger nach Taiwan.

Rot-weiß-rotes Trio. Christian Kromoser, Thomas Petutschnigg und Johannes Hahnekamp (v.l.n.r.) vertreten Österreich bei der Weltmeisterschaft in Taiwan. Foto: ÖRSV  |  NOEN, ÖRSV
Kaohsiung. Um diesen Namen kreisen die Gedanken von Christian Kromoser seit Monaten. Die zweitgrößte Stadt Taiwans mit etwa 2,8 Millionen Einwohnern ist ab Mitte November Schauplatz der WM im Inlinespeedskaten und für den 22-jährigen Mostviertler ein ganz besonderer Ort. Schließlich startet er hier zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft.

„Wir waren eine coole Truppe“

Um dafür bestens gerüstet zu sein, schlug der für den BL Austria Wieselburg startende Waidhofner im Oktober seine Trainingszelte im deutschen Geisingen auf, wo sich zahlreiche Nationen den letzten Schliff für die Titelkämpfe holten.

„Wir waren eine coole Truppe. Es waren vier anstrengende Wochen, aber es ist auch sehr viel weitergegangen. Wir haben viel an der Technik und am Highspeed gearbeitet“, zog Kromoser über das gemeinsame Trainingslager mit Skatern aus Belgien, Holland, Dänemark, Frankreich, Chile und auch Neuseeland Bilanz. „Ich bin super, super fit und freue mich riesig auf die WM“, konnte Kromoser den Abflug zu seinem bisherigen Karrierehighlight kaum erwarten.

Nach einigen Tagen in der Heimat ging es bereits am Samstag nach Wörgl, wo ein Pressetermin und die Einkleidung am Programm standen. Am Sonntag hob dann der Flieger nach Taiwan ab. Allzu viel Zeit, um sich zu akklimatisieren und die Zeitumstellung zu verkraften, bleibt dem mit drei Aktiven doch sehr kleinen österreichischen Team nicht, denn schon am Sonntag starten die Bewerbe.

Start bei sechs Bewerben geplant

Christian Kromoser wird sich sowohl auf der Bahn als auch auf der Straße auf die Langdistanzen konzentrieren. „Am meisten rechne ich mir bei den Eliminationen aus“, so seine Einschätzung. Ein konkretes Ziel in Form von Platzierungen hat er sich aber nicht gesteckt. „Ich möchte mich in den Rennen gut präsentieren und vorne zeigen, solange ich im Rennen bin.“

Auch wenn der WM nun die volle Konzentration gilt, schielt Kromoser schon mit einem Auge ins neue Jahr, denn da warten einige Änderungen.

Weil er durch die WM-Teilnahme ein Studienjahr verliert, schiebt der Medizinstudent seinen Grundwehrdienst ein. Und er wird diesen als Heeressportler absolvieren. „Momentan sieht es so aus, dass ich im Heeresleistungszentrum in Innsbruck bin. Lieber wäre mir aber die Südstadt, denn da habe ich meinen Trainingspartner Jakob Ulreich und meine Trainerin Marta Nunes in der Nähe“, erklärt Kromoser.

Nach der Grundausbildung kann sich Kromoser voll und ganz dem Sport widmen und wird für Training und Wettkämpfe freigestellt. Was gut klingt, hat aber auch einen Haken, denn als Grundwehrdiener fällt er um manche Sozialleistungen um. „Finanziell wird es in der Zeit daher noch schwieriger als bisher“, gibt Kromoser zu. Der Motivation tut das aber keinen Abbruch.