Erstellt am 21. September 2015, 07:51

von Claus Stumpfer

Fendt zeigt groß auf. Ines Fendt tritt mit Topresultat von Altentann endgültig in die Fußstapfen ihres Bruders Philipp, der seine Karriere beenden musste.

 |  NOEN, Claus Stumpfer

Österreichs Damenelite versuchte letzte Woche dem Angriff der starken internationalen Spielerinnen am Jack-Nicklaus-Kurs von Altentann standzuhalten, als die Ladys der allgemeinen Klasse den internationalen Titel ausspielten. Es sollte nur bedingt gelingen, denn einzig die St. Pöltnerin Ines Fendt, die für den Diamond Country Club in Atzenbrugg spielt, konnte die ausländische Phalanx im Spitzenfeld sprengen.

Die erst 16-jährige Tschechin Sara Kouskova war eine Klasse für sich und holte mit Runden von 75, 66 und 68 Schlägen (-7) souverän den Titel mit sieben Schlägen Vorsprung vor der Belgierin Fanny Cnops (70/78/68, Par). Gleich dahinter klassierte sich aber Fendt, die sich mit drei sauberen Runden in den niedrigen 70ern (71/74/73, +2) den alleinigen dritten Rang sicherte.

„Die 71er Runde gleich zu Beginn war eine gute Basis, aber bei den bisherigen Turnieren in diesem Jahr habe ich dann immer eine schwächere Runde dabei gehabt, die mir eine Topplatzierung kostete“, war die 23-Jährige, die heuer erst im Mai ihr Wirtschaftsstudium in den USA abgeschlossen hat, zufrieden. Mit dem Einstieg in die Pro-Tour lässt sie sich aber noch Zeit. „Ich mache mein Masters-Fernstudium fertig und bleibe solange im Amateurbereich, aber sollten die Resultate zeigen, dass es Sinn macht Pro zu werden, dann riskiere ich den Sprung Ende 2016 doch.“

Das Verletzungspech ihres Bruders Philipp, der aufgrund von Rückenproblemen seine vielversprechende Karriere frühzeitig aufgeben musste, war ihr eine Warnung. „Ich mache viel Fitness, um die körperliche Balance zu wahren  — schlage nicht zu viele Bälle“, geht für sie im Training Qualität vor Quantität.

Mit dem Atzenbrugger Team hat sie heuer bei den Staatsmeisterschaften den zweiten Platz hinter dem GC Wien holen können. Und zwei echte Highlights waren noch die Team-EM auf dem trickreichen Kurs in Helsingor und dann die Einzel-Heim-EM. „Obwohl ich den Cut verpasst habe, war es großartig, weil im steirischen Murhof auch die Familie und Freunde Daumendrücken kamen“, hat Fendt, die heuer Rang drei bei den österreichischen Meisterschaften belegt hat, noch ein Ziel vor der Winterpause. „Die österreichischen Matchplay-Meisterschaften Anfang Oktober möchte ich gewinnen, darauf bereite ich mich intensiv vor.“