Erstellt am 21. Juni 2016, 05:20

von Claus Stumpfer

Nur Harland war eine Klasse besser. Am letzten Spieltag, an dem die Harlander spielfrei waren, ging es bei den restlichen Spielen noch heiß her.

 |  NOEN, zVg

Der bereits als Meister feststehende TC Harland war in der letzten Runde zwar spielfrei, dennoch gab es noch wichtige Entscheidungen. Letztlich hatte die Truppe von Obmann Dietmar Sedletzky vier Punkte Vorsprung, in einer sonst sehr ausgeglichenen Gruppe.

Wie leistungsstark alle Teilnehmer waren, hat sich im Finish gezeigt, als die Villacher im Abstiegskampf nochmals alle Kräfte mobilisierten, und mit 5:4-Siegen über Harland in der Vorwoche und jetzt über Hartberg doch den Klassenerhalt schafften. In beiden Matches brachten sie aber jeweils vier Legionäre zum Einsatz — vier Italiener gegen Harland und drei Italiener sowie einen Kroaten gegen Hartberg. Absteiger sind somit Hartberg und Hochwolkersdorf — einen Punkt hinter dem Vierten und punktegleich mit Platz sechs und sieben. „Insgesamt kämpften sechs Teams in der letzten Runde noch ums Überleben“, schildert Sedletzky, der die Niederlage seiner Truppe gegen Villach ins rechte Licht rückt. „Der in der Spielerliste gegen uns auf Position vier stehende Daniel Geib war in der Woche davor noch auf eins gesetzt, dafür spielten diesmal drei der insgesamt vier gegen uns eingesetzten Italiener vorn“, ist er überzeugt, dass es in diesem Match um den Titel gegangen wäre, hätte Villach mit dieser Mannschaft die ganze Meisterschaft bestritten.

Sedletzky ist aber stolz darauf, dass seine Mannschaft als einziges Team in allen acht Spielen mit einer sehr ähnlichen Aufstellung gespielt hat. „Wir hatten bei drei Spielen eine und bei fünf Spielen zwei ausländischen Verstärkungen, unsere fünf Niederösterreicher waren jedes Mal dabei!“

Trotzdem versteht er Villachs Bemühungen, um jeden Preis den Klassenerhalt zu schaffen. „Der Verband gibt die Regeln vor, und die erlauben derart die Meisterschaft verzerrende Aufstellungen.“ Seine Spieler lobt er aber für ihren Einsatz auch in diesem Spiel, wo es für sie um nichts mehr ging. „Alle haben gekämpft bis zum letzten Punkt und in den Doppeln wurde es nochmals richtig spannend.“

Dass der Italiener Riccardo Marcon wieder jubeln konnte, ärgerte Sedletzky. „Ich hatte wegen ihm schon einen dicken Hals, nachdem er im Vorjahr auf unserem Platz seinen Sieg derart gefeiert hat, dass er unsere schöne neue Umzäunung eingetreten hat“, gingen Sedletzky auch diesmal Marcons Jubelbekundungen eindeutig zu weit. „Er riss sich das Leiberl vom Leib und tanzte immer wieder rund um den Platz, sodass ich zum Villacher Mannschaftsführer gemeint habe, dass ich ein Stück von unserem Zaun mitbringen hätte sollen, damit er sich so richtig austoben kann.“

Doch nach dem Match kam Obmannsohn Markus Sedletzky ins Gespräch mit dem Italiener, und dabei erwies er sich als netter Typ. „Als sie draufgekommen sind, dass beide tags darauf in Deutschland Bundesliga spielen mussten, hat Marcon gleich angeboten, Markus bis München mitzunehmen.“ Dem Rest der Harlander blieb somit ein großer Umweg erspart.

Ein Kuriosum brachte die Meisterschaft heuer auch: Mit Harland und Irdning sind ausgerechnet die zwei Teams in die 1. Bundesliga aufgestiegen, die im Vorjahr in der letzten Runde noch um den Klassenerhalt spielen mussten.

Harland wird in der höchsten Spielklasse mit nur vier Sandpätzen auch klar der Underdog sein. „Wäre St. Margareten aufgestiegen, wären sie mit fünf Plätzen ebenfalls noch ein Kleinklub, denn die anderen haben alle mindestens sechs“, weiß Sedletzky.

Obwohl bereits intensiv die Vorbereitungen für die Saison in der 1. Bundesliga laufen, wird jetzt mal richtig gefeiert. Am Freitag lädt der Verein das Sensationsteam samt Fans und Sponsoren zur Meisterfeier auf die TCH-Anlage ein.