Erstellt am 25. April 2017, 02:42

von Claus Stumpfer

Dem Spätwinter getrotzt. Lokalmatadorin Anna Billensteiner ist nach einer starken Fahrt Vizelandesmeisterin. Andreas Tiefenböck belegt beim Amateurrennen den guten zweiten Platz.

Die Tirolerin Kathrin Schweinberger wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und gewann beide Elite-Frauenrennen des Grand Prix.  |  NOEN, Kapfenbauer

Bei der vierten Auflage des dreitägigen Spektakels presented by Raiffeisen hatte man Pech mit dem Wetter, trotzdem war Veranstalter Florian König am Ende froh: „Die Prognose war eigentlich noch schlechter, denn für das Hauptrennen am Samstag war Dauerregen angesagt.“ So gab es nur einen kurzen Graupelschauer beim Start, dann kam sogar die Sonne durch.

Und auch die Absagen für die seit Wochen ausgebuchten Rennen hielten sich in Grenzen. „Radrennfahrer sind schlimmeres gewöhnt“, lacht König, der sich mehr Zuschauer auf dem ehemaligen Flugfeld in Markersdorf gewünscht hätte.

Vor allem bei den Elitefahrerinnen erfreut sich der Grand Prix größter Beliebtheit. Die Arbeit von König machte sich hier bezahlt. Schon in den Wintermonaten hatte er mit den Damenteams Kontakt aufgenommen, als Zuckerl gab es erstmals sogar zwei Damenrennen, was Fahrerinnen aus fünf Nationen anlockte.

Am Freitag wurden die NÖ Landesmeisterschaften im Kriterium für Amateur- und Elite-Damen ausgetragen. „Obwohl es nur ein Vorbewerb zum Rennen am Samstag war, gingen hier sogar mehr Fahrerinnen an den Start als im vergangenen Jahr im Hauptbewerb“, freut sich König.

Klare Favoritin war die Tirolerin Kathrin Schweinberger vom ÖAMTC tomsiller.at RC, die bereits am Donnerstag mit ihrer Schwester Christina angereist war. Nach der ersten Wertungsrunde war klar, dass sich Christina in den Dienst ihrer Schwester stellte, die so einen souveränen Sieg feierte. Landesmeisterin wurde Sylvia Gehnböck vor der Lokalmatadorin aus dem Pielachtal, Anna Billensteiner.

Im Anschluss wurden Amateure, Junioren und Master 1-3 ins Rennen geschickt. Von Beginn an konnten sich vier Fahrer vom Feld absetzen und den Sieg unter sich ausmachen. Matthias Tiefengraber aus Graz gewann vor einem Deutschen. Den Amteur-Landestitel sicherte sich Christian Csenar vom Union Cycling Team NÖ. Vom Veranstalterteam waren Bernhard Müllauer (24.) und Philipp Spörer (27.) mit dabei.

Am Samstagvormittag wurden die Master-Bewerbe bei starkem Wind gestartet. Nach über einer Stunde Fahrzeit konnte sich Christian Lechner vom RSC Thermenregion den Sieg vor Wolfgang Cihak (RC Schnecke) sichern. Otto Schuster vom Union Radrennteam Pielachtal belegte Rang neun.

Das Rennen zum österreichischen Frauencup war dann geprägt von Attacken und Ausreißversuchen, doch Kathrin Schweinberger behielt einen kühlen Kopf und sicherte sich ein weiteres Mal den Sieg“, schildert König. Dieser Erfolg bescherte ihr auch den Gesamtsieg in der P3TV-Gesamtwertung. Billensteiner holte Rang 22. „Für sie ein toller Erfolg in ihrer ersten Saison bei den Elite Damen“, ist König überzeugt.

Letzter Programmpunkt an diesem Tag war das Amateurrennen über 80 Kilometer mit rund hundert Fahrern. Zwei Grazer, darunter Vortagessiegers Tiefengrabner, konnten sich mit dem Niederösterreicher Andreas Tiefenböck bei der Hälfte des sehr schnellen Rennens absetzen. Tiefenböck landete letztlich hinter Tiefengrabner, sicherte sich aber den Landesmeistertitel.

Am Sonntag stand noch das 4-Stunden-Rennen für Hobbysportler am Programm. Trotz Defekts in der Anfangsphase gewann Martin Geretschnig auf eindrucksvolle Weise. Auch die Fahrer vom Veranstalterteam Bernhard Müllauer (10.), Bernhard Allmer (15.) und Otto Schuster (20.) stellten ihr Können unter Beweis. Bei den Senioren landete Franz Raitzl auf Platz fünf. Die 2er-Staffel der Damen gewannen Anna Billensteiner und Claudia Kirschner, bei den Herren gab es Platz drei durch Markus Stückler und Karl Bierbaumer. Im 3er-Mixed holten Martina Haag, Andreas Veitinger und Anita Schoderbeck Rang zwei.