Erstellt am 25. April 2017, 02:46

von Manuel Burger

So spielt ein Meister. St. Pölten liefert auf dem Weg zur Titelverteidigung eine Machtdemonstration ab und düpiert den Vorjahresfinalisten.

St. Pöltens Basketballer (Andreas Bauch, l.) waren am Sonntag von den Mattersburgern nicht zu bremsen.  |  NOEN, Wolfgang Mayer

Super Auftakt für St. Pölten in die Halbfinalserie gegen Mattersburg. Die Göttlicher-Mannen feierten nach einer über weite Strecken der Partie hervorragenden Leistung einen ungefährdeten Kantersieg.

Es war Kapitän Martin Speiser vorbehalten, die Partie mit dem ersten erfolgreichen Zweier zu eröffnen. Die Burgenländer waren aber in den ersten Minuten die aktivere Mannschaft und gingen dreimal mit fünf Punkten in Führung (10:5, 12:7, 15:10). Die Burgenländer führten in der Schlussminute des ersten Viertels noch knapp mit einem Punkt (20:19), zwei erfolgreiche Soldo-Freiwürfe ließen aber den UBC als führendes Team in die erste Viertelpause gehen.

Was in den folgenden 17 Minuten passierte, hatte man in dieser Form trotz der langen Tradition im Sportzentrum noch sehr selten gesehen. St. Pölten begann immer aggressiver zu verteidigen und sich in der Offensive allmählich in einen Rausch zu spielen. Nach einem 11:0-Lauf führten die Heimischen mit 35:22 (17.), Mattersburg gelang fünf Minuten kein einziger Punkt. Der Höhepunkt eines Klasseviertels (28:12) folgte mit der Schlusssekunde und dem erfolgreichen Dreier von Andreas Bauch.

Noch extremer stellten sich die Kräfteverhältnisse im dritten Abschnitt dar. Der unglaubliche Zwischenstand nach fast sieben Minuten Spielzeit: 19:0! St. Pölten hatte den Vorjahresfinalisten mit einer 36-Punkte-Führung im Rücken (68:32, 70:34) deklassiert und zugleich demoralisiert.

St. Pölten schaltete in der Folgezeit mehrere Gänge zurück, in 9,5 Minuten gelangen nur zwei Punkte und die Gästen betrieben dank eines 11:0-Laufs Ergebniskosmetik.

„Wir haben fast das ganze Spiel sehr gut und intensiv verteidigt. In der Offense sind wir von Minute zu Minute besser geworden. Dann war es eine Vorführung, jeder Schuss ein Treffer. Mattersburg ist nicht mehr mitgekommen. Im vierten Viertel war die Anspannung weg, das kann passieren“, fasste UBC-Headcoach Armin Göttlicher das außergewöhnliche erste Halbfinalspiel zwischen St. Pölten und Mattersburg zusammen.

Imposant die Statistiken: St. Pölten versenkte acht von 16 Dreipunktwürfe (50 Prozent), während die Burgenländer nur drei von 16 Würfe trafen. Auch die Rebound- (39:30) und Turnoverstatistik (18:26) sind eindeutig.

Am Samstag geht es zum zweiten Aufeinandertreffen nach Mattersburg. „Wir führen 1:0 und haben einen Schritt gemacht. Noch haben wir nicht gewonnen, wir brauchen noch einen Schritt“, blickt Göttlicher voraus.