Erstellt am 24. Mai 2016, 05:44

von Claus Stumpfer

Szilagyi hört auf. St. Pöltner wechselt mit Saisonende der Deutschen Liga ins Management des Bergischen HC — davor spielt er noch die WM-Quali.

 |  NOEN, zVg

Wenn Österreichs Handball-Teamkapitän Viktor Szilagyi am 5. Juni sein letztes Spiel mit dem Bergischen HC in der Deutschen Bundesliga bestreitet — und zwar bei der SG Flensburg Handewitt — dann wird das nicht das allerletztes Spiel seiner einzigartigen Karriere sein. Mit dem Nationalteam hat der St. Pöltner nämlich noch eine allerletzte Mission zu erfüllen.

„Ich will dafür sorgen, dass das Team erneut zur WM fahren darf“, hat er sich das Ziel hoch gesteckt. Aber auch falls Österreich die Hürde Dänemark am 12. und 15. Juni (Albert-Schulz-Halle Wien) nimmt, wird das Team bei der WM im Jänner 2017 in Frankreich ohne ihn auskommen müssen. „Mit 37 Jahren sagt mir mein Körper doch deutlich, dass jetzt Schluss ist“, bleibt der Kapitän der Bergischen „Löwen“, dessen Vertrag jetzt ausläuft, seinem derzeitgen Klub aber treu. „Ich werde ab kommender Saison die Position des sportlichen Leiters bekleiden“, ist er mit der doritgen Vereinsspitze übereingekommen.

Szilagyi ist die schillerndste Figur des St. Pöltner Handballwunders der 90er Jahre, das sein Vater als Trainer eingeleitet hatte. Von der Union St. Pölten kam das größte Talent, dass Österreichs Handball hervorgebracht hat, über Innsbruck zu Bayer Dormagen. Es folgten in Deutschland die Stationen Essen, THW Kiel, VfL Gummersbach und Flensburg. Seit Sommer 2012 steht Szilagyi beim Bergischen HC unter Vertrag, mit dem er erneut den Klassenerhalt geschafft hat.

Szilagyi ist der einzige Handballer weltweit, der alle wichtigen Klubtitel der EHF gewonnen hat. „Meine Karrierehighlights war der Champions-League-Sieg 2007 mit Kiel“, besteht für ihn kein Zweifel, danach nennt er aber sofort seine bislang 201 Nationalteameinsätze mit 898 Treffern. Und bei den beiden Play-off-Spielen gegen Dänemark möchte er sein Konto deutlich über 900 Treffer heben. „Um nochmals mit den Jungs richtig ab feiern zu können!“