Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:03

Die zehn größten Sport-Erfolge 2015. Das war das Sportjahr im Bezirk. Vom Ingolstadt-Transfer des Wullersdorfers Markus Suttner über zwei Meistertitel bis zur Rehabilitation des FK Hollabrunn.

Die Eigenbauspieler des SC Guntersdorf jubelten kurz nach Abpfiff in Altenwörth über den Titel.  |  NOEN, privat

Markus Suttner wagt Sprung ins Ausland

Markus Suttner, langjährige Stütze der Wiener Austria aus Wullersdorf, wagt im Sommer dieses Jahres den Sprung ins Ausland, genauer gesagt in die Deutsche Bundesliga zum FC Ingolstadt. Der ehemalige Kapitän der Veilchen freut sich über die neue Herausforderung: „Ich fange in Ingolstadt bei Null an und muss mir sportlich gesehen alles neu erarbeiten.“ Zumindest die Eingewöhnungsphase ist kurz, spielen doch in Ingolstadt mit Torhüter Ramazan Öczan und Lukas Hinterseer zwei Kollegen aus dem Nationalteam. Und auch der Trainer, Ralph Hasenhüttl, ist ein Landsmann von Suttner. „Das macht die Anfangszeit natürlich leichter, aber sportlich bin ich auf mich allein gestellt.“

Nach 17 Runden in der Deutschen Bundesliga rangiert der FC Ingolstadt mit 20 Punkten auf dem elften Tabellenrang – eine Statistik, mit der der Aufsteiger zufrieden sein darf. Für Suttner selbst verläuft der Herbst nicht ganz so gut. Am 22. November erleidet der 28-Jährige in der Partie gegen Darmstadt einen Mittelfußknochenbruch. Voraussichtliche Pause: vier bis sechs Monate.
 

SC Guntersdorf feiert im Juni seinen bislang größten Erfolg

Als Meister in der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel schafft der Club von Obmann Franz Kurzweil den Aufstieg in die 2. Landesliga West. Der Kampf um den Meistertitel gestaltet sich allerdings bis zum Schluss sehr spannend. Rehberg ist Guntersdorf hartnäckig auf den Fersen. Eine Meldung aus St. Pölten beendet aber rasch die Aufstiegsträume des Verfolgers. Denn aufgrund eines nicht konformen Sportplatzes darf Rehberg gar nicht in die 2. Landesliga aufsteigen.

Guntersdorf steht also schon vor der letzten Partie als Aufsteiger fest. Die Truppe von Trainer Martin Gremmel will dennoch auch nach Punkten Meister werden und holt sich mit einem 3:2 in Altenwörth den ersehnten Titel. Beachtlich, hat man doch vor sechs Jahren noch in der 2. Klasse gekickt.

Die Hinrunde der 2. Landesliga verläuft für Guntersdorf alles andere als nach Plan. Mit nur elf Punkten und dem zwölften Tabellenplatz leidet der Neuling unter akuter Abstiegsgefahr. Im Frühjahr will’s die Gremmel-Elf aber noch richten.
 

Ebenfalls Grund zum Jubeln hat der USV Nappersdorf

Mit einem spannenden Finish in der 2. Klasse Pulkautal holt sich die Truppe von Trainer Bernhard Karollus im letzten Spiel den langersehnten Meistertitel – knapp vor Wildendürnbach. Auch weil die Nappersdorfer die Runde davor überraschende Schützenhilfe vom AFC Haugsdorf erhalten. Der damalige Tabellenletzte knöpft den zu diesem Zeitpunkt führenden Wildendürnbachern einen Punkt ab. Nappersdorf kann aus eigener Kraft Meister werden und holt sich den Titel mit einer 4:2-Galavorstellung und einem Hattrick von Goalgetter Petr Zourek in Hadres.
 

Handball-Herren im Semifinale

Die Handball-Herren des UHC Hollabrunn kämpfen sich in der Bundesligasaison 2014/15 bis ins Semifinale. Gegen Ferlach ist dann allerdings Schluss. Nach dem zweiten Rang im oberen Play-off soll es nicht für den Einzug ins Finale reichen. UHC-Manager Gerhard Gedinger zeigt sich dennoch zufrieden: „Wir haben gut gearbeitet und mit allen Teams in der Liga mitgehalten. Es war nicht einfach. Wir haben immerhin im Sommer eine völlig neue Mannschaft zusammengestellt.“

Der zu kleine Kader wird mitverantwortlich gemacht, dass es nicht für die Finalrunde gereicht hat. Hier setzt der UHC in der Sommerpause 2015 an und verbreitert den Kader für die aktuelle Saison. Bisher verläuft diese Spielzeit für den UHC wieder nach Plan. Nach 16 Spielen liegt Hollabrunn am zweiten Tabellenrang. Ein Platz im oberen Play-off ist Milan Ivanovic& Co. bereits sicher.
 

UFC Obritz: Spannende Saison

Spannend bis zum Schluss ist die Saison 2014/15 auch für den UFC Obritz. Die Truppe von Trainerin Maria Wolf sichert sich im letzten Spiel gegen den Tabellendritten aus Tulln mit einem 3:1-Sieg den Klassenerhalt. „Wenn man bedenkt, dass wir nach sieben Runden ohne einen Punkt dagestanden sind, dann ist das ein großer Erfolg“, freut sich Wolf über den Verbleib in der Gebietsliga Nord/Nordwest.

Eine Hiobsbotschaft gibt es für die Obritzer Fans und Spieler dennoch, denn die Erfolgstrainerin legt nach dem Spiel ihr Amt als Coach nieder.
 

Laufinitiative 2020

Abseits des Fußball- und Handballgeschehens im Bezirk ist die „Laufinitiative 2020“ des LURS Maissau eines der erfolgreichsten Sportprojekte der letzten Jahre. Das Projekt konzentriert sich darauf, Kinder der umliegenden Volksschulen zum Laufen zu bewegen. Der Landtagsabgeordnete und LURS-Initiator Walter Naderer besucht dafür im Februar alle Volksschulen im Umland und darf sich über rege Teilnahme freuen.

Aus den zuerst 450 Kindern werden innerhalb weniger Monate 18 Volksschulen mit 1.500 Kindern. Projektleiter Markus Gschwentner erzählt von seiner „Mission“: „Wir alle sind kompetente Laufsportveranstalter. Von der Innovation und Nachhaltigkeit unserer Lösungen profitieren alle Kinder. Wir messen uns an nationalen und internationalen Benchmarks.“
 

HOFF als wichtige Ausbildungsstätte

Ein ebenfalls ambitioniertes Projekt geht im Jahr 2015 in seine zweite Saison. Der Hollabrunner Oberstufen-Frauenfußball (HOFF) bringt Mädchen aus dem Sportinternat Hollabrunn zum Fußball und sieht sich selbst als wichtige Ausbildungsstätte für den Damenfußball. Als einer der Exporte des HOFF kann die junge Spielerin Vanessa Jarrah bereits vom ATSV Hollabrunn verpflichtet werden.

Zum Abschluss des Fußballjahres gibt es im Hollabrunner Stadion ein besonderes Schmankerl: Die Kampfmannschaft des ATSV Hollabrunn tritt gegen das HOFF-Team an und muss sich knapp mit 4:5 geschlagen geben.

Roman Fischer beim Neujahrsmarathon

Während andere traditionell mit Sekt anstoßen und als sportliche Höchstleistung zur Melodie des Donauwalzers das Tanzbein schwingen, startet Läufer Roman Fischer ganz anders ins neue Jahr. Der Großmeiseldorfer nimmt am Neujahrsmarathon im schweizerischen Schlieren – in der Nähe von Zürich – teil. „Der Start war um Punkt Mitternacht, das war schon etwas ungewohnt“, lacht Fischer, als er von seiner Silvesternacht erzählt. Die Halbmarathonstrecke von 21,1 Kilometern legt der Sportler in einer Zeit von 2:35:08 Stunden zurück. „Die Zeit hätte sicher besser sein können“, meint der damals 33-Jährige.
 

Matin Würz bei Weltmeisterschaft

Die Teilnahme an Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen ist für viele Sportler ein Traum. Für Martin Würz aus Maissau ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Versehrtenskisportler im kanadischen Panorama bereits sein zweiter Start bei einer WM. Im Team mit Aushängeschild Matthias Lanzinger kann der 22-Jährige allerdings nicht an seine Saisonleistungen anknüpfen.

Ein 18. Platz im Super-G ist die Ausbeute bei der insgesamt verkorksten WM. Denn der Schmidataler ist gesundheitlich angeschlagen, kann bei den anderen Rennen gar nicht antreten oder scheidet aus. „Für mich war es dennoch eine große und tolle Erfahrung“, lässt sich Würz nicht unterkriegen.
 

Positive erste Saisonhälfte für Hollabrunn

Manchmal stellt sich der Erfolg erst nach dem größten Misserfolg ein. Der Abstieg des FK Blau-Weiß Hollabrunn aus der 1. Klasse Nordwest in die 2. Klasse Schmidatal erfolgt mit Pauken und Trompeten, es ist ein sportlich bitteres Frühjahr für die Kicker. Als durchaus positiv kann man aber die erste Saisonhälfte der Hollabrunner in der 2. Klasse bewerten. Mit 27 Punkten nach zwölf Runden liegt die Elf von Trainer Petr Kouril nur zwei Punkte hinter Herbstmeister Straning. Für die Rückrunde ist das Rennen um den Meistertitel also noch nicht gelaufen.

Positiv für die Hollabrunner ist sicher, dass die im Sommer vom FC Tulln engagierte Offensivkraft Vajo Micic wieder fit ist. Der Stürmer ist nach überstandener Kreuzbandverletzung wieder im Training und könnte, so Kouril, im Frühjahr den Unterschied ausmachen. Gemeinsam mit Jungstürmer Bernhard Gregshammer, der im Herbst mit neun Toren bester Hollabrunner Torschütze ist, soll sich die Offensive des FK jetzt noch besser präsentieren.