Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:47

von Cornelia Grotte

Kegler müssen zittern. Hollabrunn meldete eine Mixed-Mannschaft zur Meisterschaft an. Verbandsstreitigkeiten könnten das nun zu Fall bringen.

 |  NOEN, Leopold Babitsch
Die Unstimmigkeiten zwischen dem Österreichischen Sportkegelverband (ÖSKB) und einigen Landesverbänden, darunter auch der NÖ Landesverband, spitzen sich zu.

Maximal zwei Frauen dürfen mitspielen

Konkret geht es um die Regelung, nach der in den gemischten Keglerligen nur maximal zwei Frauen spielen dürfen. Für viele Vereine ist das gerade wegen personeller Sorgen jedoch ein Problem. So auch für den KSK Hollabrunn (B-Liga Nord).

„Was mich stört, ist, dass es jetzt wieder heißt, dass nur zwei Damen spielen können. Zum Glück kann Johann Harmer noch bei uns weiterspielen“, ist Hollabrunn-Obmann Josef Artner beunruhigt.

Das Team der Hollabrunner besteht mit sieben weiblichen Spielern und nur drei Herren aber überwiegend aus Damen. Heißt konkret: Bleibt die Regelung bestehen, darf Hollabrunn nicht mehr an der Meisterschaft teilnehmen. Die erste Runde absolvierten die Hollabrunner bereits …

„Machtspiel“: „Schuld ist der Verband“

ÖSKB-Präsident Ludwig Kocsis sieht die Schuld dafür alleine beim NÖ Landesverband, dieser habe diese „nicht konforme“ Regelung eingeführt. Dies habe die Autonomiebestimmungen ermöglicht, die es den Landesverbänden erlaubt, in bestimmten Bereichen von der Sportordnung des ÖSKB abzuweichen.

„Es ist ein Machtspiel gegen meine Person“, klagt Kocsis, der sich schon länger von manchen Landesverbänden hintergangen sieht. So habe er, sagt Kocsis, den Bundestag am 13. Juni, bei dem der neue Präsident gewählt wird, abgebrochen, weil er mit einer Rechtsanwältin konfrontiert wurde.

„Am 30. August wurde dann ein außerordentlicher Bundestag in Linz abgehalten, bei dem ich gewählt wurde, weil die Rebellen nichts auf den Tisch legen konnten“, so Kocsis.

Ganz anders sieht das Rudolf Schwarz, Präsident des NÖ Landesverbands: „Bis vergangenes Jahr gab es die Regelung, dass nur zwei Frauen spielen durften. Beim Ligastart wurde das geändert. Jetzt haben einige Vereine die Befürchtung, dass sich das aufgrund der Machtspiele wieder ändern könnte.“ Hollabrunn ist einer davon …

Hintergrund:

  • Bisherige Regelung für Mixed-Teams: Es dürfen maximal zwei Frauen im Team sein, der Rest der Mannschaft müssen Männer sein. Für Hollabrunn (drei Männer, sieben Frauen im Kader) hätte das zu einem veritablen Problem werden können. Ebenso für andere Vereine. Der NÖ Verband machte daher von seinem Autonomie-Recht Gebrauch, änderte die Regeln dahingehend, dass mehr als zwei Frauen in einer Mixed-Mannschaft kegeln dürfen. Das stört jedoch den nationalen Kegelverband.

  • Konkret heißt das: Sollte der NÖ Verband vom Österreichischen Verband noch overruled werden, muss sich Hollabrunn personell nach der Decke strecken – oder aus der Meisterschaft aussteigen.

  • Saisonstart: In der ersten Runde der B-Liga Nord feierte der KSK Hollabrunn einen 5:1-Erfolg über Kreuzenstein II.