Erstellt am 11. November 2015, 04:43

von Bernd Dangl

Frauen-Coach Auß: „Das ist wie David gegen Goliath“. UHC-Hollabrunn-Frauen-Trainer Raimund Auß über das Bundesliga-Duell mit seinem Ex-Klub und den Nachwuchs.

Raimund Auß, Trainer der Hollabrunner Frauen. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN

NÖN: Am Samstag treffen Sie als Eggenburger mit Hollabrunn auf Eggenburg. Ein besonderes Spiel für Sie?
Raimund Auß: Natürlich ist das ein besonderes Spiel für mich. Mein Abgang als Trainer der Eggenburgerinnen war damals nicht ganz konfliktfrei, wobei ich betone, dass ich mit den Spielerinnen nach wie vor ein sehr gutes Auskommen habe. Ich finde es schon schade, dass Eggenburg den damals eingeschlagenen Weg, es mit den jungen, eigenen Spielerinnen zu versuchen, verlassen hat und es nun wieder mit Legionärinnen probiert. Die jungen Spielerinnen kommen derzeit nur wenig zum Zug.

„Bei Eggenburg darf nicht jeder Wurf sitzen“

Als Tabellenführer ist Eggenburg wohl der Favorit?
Auf jeden Fall! Wir sind der große Underdog – das ist wie David gegen Goliath. Vielleicht können wir aber die Sensation schaffen. Schon gegen Perchtoldsdorf oder Graz sind wir nur ganz knapp an einer Sensation vorbeigeschrammt. Fakt ist aber, dass wir einen sehr, sehr guten Tag brauchen und bei Eggenburg nicht jeder Wurf sitzen darf.

Sie haben diese knappen Niederlagen von zuletzt angesprochen. Ein Aufwärtstrend gegenüber letzter Saison, als Hollabrunn ja Bundesliga-Letzter wurde, ist augenscheinlich …
Einige Leistungsträgerinnen spielen derzeit in Hochform. Dazu kommt, dass es sich lohnt, dass die Mädels mit unserem starken männlichen Nachwuchs trainieren. Davon profitieren sie.

„Beeindruckend, wenn zwei 15-Jährige
plötzlich neun Treffer erzielen“

Apropos männlicher Nachwuchs: Hier kooperiert Hollabrunn ja stark mit Eggenburg. Sie sind nicht nur als Trainer involviert, sondern auch als Vater von Tobias Auß, der zuletzt in der Bundesliga aufzeigte. Stolz auf diese Leistungen?
Als Vater bin ich natürlich stolz darauf – auch wenn ich versuche, vieles aus Trainersicht zu sehen. Tobi und die Hutecek-Brüder sind wirklich stark, gehören in Österreich zu den Besten ihres Jahrgangs. Wir können stolz sein, dass es hier drei Kapazunder aus der Region gibt, die, sofern sie von großen Verletzungen verschont bleiben, ihren Weg nach oben machen werden. Wir sprechen hier von internationalem Niveau. Es war schon beeindruckend, wenn plötzlich zwei 15-Jährige, wie in St. Pölten, neun Treffer erzielen und die Partie noch spannend machen.

Sie sind seit einiger Zeit in den Hollabrunner Schulen unterwegs, um Werbung für den Handballsport zu machen. Mit Erfolg?
Ich bin in dieser Hinsicht ein Visionär und ein begeisterter Wald-/Weinviertler. Die Kräfte in der Region müssen gebündelt werden. Ich hätte auch gerne Horn im Boot, weil ich mir sicher bin, dass es auch dort große Talente gibt. Wir können sagen, dass wir 25 Jahre Know-how in der Jugendarbeit mitbringen – an den Erfolgen zuletzt sieht man, dass wir wissen, wie es geht. Hollabrunn, Eggenburg, Horn – mit einem Verein in der HLA, mit einem in der Bundesliga, mit einem in der Landesliga – das wäre meine Vision. In Deutschland funktioniert dieses stufenweise Heranführen.