Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:27

von Bernd Dangl

In letzter Sekunde die Nerven bewahrt. Kristof Gal verwandelte in der letzten Sekunde einen Siebenmeter und schoss Hollabrunn zum Sieg gegen Trofaiach.

Da kannte der Jubel keine Grenzen mehr: Soeben hatte Kristof Gal den alles entscheidenden Siebenmeter verwandelt und Hollabrunn zum 21:20-Sieg gegen Trofaiach geschossen! Foto: Thomas Hagendorfer  |  NOEN, Thomas Hagendorfer

HOLLABRUNN - TROFAIACH 21:20. Das war nichts für schwache Nerven! Vor allem die Schlussminute hatte es ordentlich in sich. Hollabrunn führte 20:19 gegen Trofaiach, als die Steirer angriffen.

Kristof Gal attackierte auf der Seite zu zögerlich, Florian Neuhold stieg hoch und traf zum 20:20. Noch waren 43 Sekunden zu spielen.

Nach Lucky Punch bebte die Halle

„In so einer Phase geht‘s um alles oder nichts. Entweder du machst das Tor oder du fängst dir noch eines ein, wenn du diesen letzten Angriff nicht ordentlich zu Ende spielst“, ging UHC-Manager Gerhard Gedinger durch ein Wellental der Gefühle.

Dabei bewies Trainer Dusko Grbic sein taktisches Gespür, unterbrach eine Ballstafette mit einem Time-out, als die Schiedsrichter ein drohendes Zeitspiel anzeigten. So reduzierte der UHC die Zeit, um keinen möglichen Gegenangriff zuzulassen.

Dann der Lucky Punch: Milan Ivanovic tankte sich durch, ein Gegner stand im Kreis, blockte ihn – „Abwehr im Kreis“ und Siebenmeter, und das in der Schlusssekunde! Kristof Gal übernahm die Verantwortung und donnerte den Ball zum 21:20 in die Maschen.

Die Halle bebte, Hollabrunn ließ den Emotionen freien Lauf. Ebenso wie Trofaiach-Coach Jürgen Radischnig, der wegen zu vehementer Kritik noch „Rot“ sah.

„Jeder weiß, was von ihm verlangt wird“

Für die zuletzt in Tirol unter die Räder gekommenen Hollabrunner war der Sieg „ein kleiner Schritt nach vorne“, wie Manager Gedinger meint. „Auch wenn bei uns viele noch immer ihrer Form hinterherlaufen.“

Denn in einem von Kampf betonten Spiel dominierten auf beiden Seiten die Abwehrreihen, während die Offensive immer wieder patzte. „So haben wir uns im ersten Abschnitt fünf Gegenstoßtreffer eingefangen“, analysierte Gedinger.

Ein Blick auf die Tabelle genügt: Hollabrunn hat zwar bisher die wenigsten Gegentreffer erhalten (139), aber auch die wenigsten in der gesamten Liga erzielt (130). Zuletzt gab‘s deswegen auch Aussprachen mit den Führungsspielern.

„Die sind gut verlaufen, jeder weiß, was von ihm verlangt wird“, so Gedinger, der einen schweren Gang zu Aufsteiger Kärnten – aktuell Tabellenzweiter – erwartet: „Die Liga ist heuer ausgeglichen wie noch nie. Jetzt wäre aber ein Auswärtssieg fällig.“