Hollabrunn

Erstellt am 18. August 2016, 03:54

Neue Sporthalle? „Müssen Bedarf ermitteln“. Finanzstadtrat Kornelius Schneider will den möglichen Neubau der gewünschten Dreifachhalle nicht abschmettern, doch die Halle muss auch ausreichend genutzt werden.

Kornelius Schneider, Finanzstadtrat Hollabrunn. Foto: privat  |  privat

Sportunion-Präsident Johannes Tribelnig und UHC-Manager Gerhard Gedinger wünschen sich in Hollabrunn eine neue Dreifachhalle (die NÖN berichtete). Nun meldet sich Finanzstadtrat und Handball-Fan Kornelius Schneider zu Wort: „Natürlich verstehe ich den Wunsch der beiden Obleute. Immerhin gehören sie mit ihren Vereinen zu den drei größten in Hollabrunn, aber so eine Halle baut sich nicht von alleine.“

„Schenken dem Fußballverein nichts“

Schneider spricht vor allem die hohen Kosten einer Halle dieser Größenordnung an: „Die zwei geplanten Turnsäle würden rund 1,22 Millionen Euro kosten. Bei einem Neubau einer Dreifachhalle bewegen wir uns irgendwo zwischen vier und fünf Millionen. Das ist ein großer Aufwand, und der muss auch gedeckt werden.“

Schneider selbst will den möglichen Neubau nicht abschmettern, gibt aber auch zu bedenken, dass der Bedarf dafür ermittelt werden muss: „Wir bauen einen Schulcampus. Natürlich liegt der Fokus hier vor allem auf Bildung. Der Sport soll nicht zu kurz kommen, aber ob wir tatsächlich eine weitere Sporthalle in diesem Ausmaß in Hollabrunn brauchen, werden wir erst klären.“

Schneider versichert aber, dass die Gemeinde die Möglichkeit dieser Halle auf jeden Fall berücksichtigen wird. Zum Neubau des Klubhauses des ATSV Hollabrunn nimmt Schneider ebenfalls Stellung: „Dieser Bau kostet 330.000 Euro. Kein Vergleich zu der Summe, die eine neue Halle kostet. Der ATSV wird das Gebäude pachten müssen, und somit werden die Kosten über die Jahre auch gedeckt sein. Ich will damit Herrn Gedinger nur klar machen, dass wir dem Fußballverein nichts schenken.“

„Der Fokus beim Campusprojekt liegt ganz klar auf dem Thema Bildung.“

Finanzstadtrat Kornelius Schneider über den Bau des neuen Campus.

Außerdem gibt Schneider zu bedenken: „Wir stellen dem UHC seit knapp zehn Jahren das Sportcafe in der Sporthalle zur Verfügung. Der Handballverein nutzt es und hat davon auch seine Vorteile. Das sollte man bei einer Diskussion um Sportförderung nicht vergessen.“

Dass ein Neubau einer Dreifachhalle oder vielleicht sogar ein größeres Projekt auch Interessenten aus anderen Gemeinden anlocken könnte, will Schneider gar nicht abstreiten: „Wir haben gesehen, dass sich viel mehr Hobbyspieler in der Sporthalle einfinden, seit wir den Parkettboden haben. Natürlich könnte das bei einer neuen Halle auch passieren, aber auch dann kann man nicht einfach ins Blaue bauen. Wir müssen uns gut überlegen, was gebaut wird und mit welchen Kosten das verbunden ist.“

Zum Thema Dreifachhalle ergänzt Schneider: „Wir werden sicher alle Möglichkeiten und Varianten durchdenken. Es wird auch darum gehen, welche Fördertöpfe wir für so einen Neubau anzapfen können, um die Kosten aufzuteilen. Fakt ist allerdings, dass der Fokus beim Campus auf Bildung liegt. Wenn der Sport nicht zu kurz kommt, dann ist das natürlich wünschenswert, aber es kann auch ganz anders kommen.“