Erstellt am 25. November 2015, 05:08

von Kevin Kada

Vandalismus-Anzeige gegen Spieler: „Dürfen nicht machen, was sie wollen“. Nach einem Vandalismusvorfall bei der Partie Wullersdorf gegen Stronsdorf melden sich nun die Obmänner zu Wort.

Die kaputte Tür der Heimkabine auf der Sportanlage des SK Wullersdorf. Foto: zVg  |  NOEN, zVg
Es war eine hitzige Schlussphase am 22. August zwischen Wullersdorf und Stronsdorf. Nach einer 4:1-Pausenführung der Heim-Elf kam Stronsdorf noch auf 5:5 heran. Den Sieg gab es dennoch für Wullersdorf – 6:5.

Dazu wurden zwei Stronsdorfer kurz vor Ende der Partie ausgeschlossen. Und um diese Spieler soll es in der Anzeige wegen Vandalismus, die vergangene Woche bei der Polizei erstattet wurde, gehen.

Denn beim Gang in die Kabine soll einer der beiden Kicker die Kabinentür des Heimteams eingetreten haben. Nach einem lauten Krach kontrollierten die Wullersdorfer Ordner den Bereich, konnten zunächst aber nichts entdecken.

Erst am nächsten Tag war der Schaden zu sehen. „Die Tür wurde eingetreten, die Fassade hatte auch einen Schaden. „Kostenpunkt ungefähr 360 Euro“, sagt Wullersdorf-Obmann Markus Semmelmeyer.

Stronsdorf wehrte sich gegen Anschuldigungen

Daraufhin suchten die Wullersdorfer das Gespräch mit den Stronsdorfern. Ohne Erfolg, so Semmelmeyer: „Man hat uns gesagt, dass wir es nicht beweisen können, und deswegen werden sie nichts zahlen.“

Dies bestätigt auch Stronsdorf-Obmann Franz Höss: „Ich habe die Spieler gefragt und sie haben mir versichert, dass sie das nicht waren. Und ich muss meinen Spielern vertrauen. Wenn wir es dennoch gezahlt hätten, dann wäre das ein Schuldbekenntnis gewesen, obwohl wir es nicht waren.“

Aus diesem Grund gingen die Wullersdorfer mit einer Anzeige beim Verband und bei der Polizei in die nächste Instanz. Bei der Verhandlung beim Verband in St. Pölten wurde die Anzeige der Wullersdorfer abgelehnt. Die Begründung: „Da es keinen Augenzeugen gab und der Schaden erst am nächsten Tag gemeldet wurde, kann nicht festgestellt werden, wer dafür verantwortlich ist.“

„Straffreiheit unter dem Deckmantel Verein?“

Für Semmelmeyer ist das ein kleiner Skandal: „Ich versteh‘ es einfach nicht. Zu dem Zeitpunkt waren nur die beiden Spieler dort. Ich bin ihnen ja nicht einmal böse. In so einer hitzigen Partie und bei solchen Emotionen kann das ja passieren, aber man muss dann halt auch dazu stehen. Darum bin ich von den Kickern und von Stronsdorf enttäuscht.“

Der Obmann stellt die Frage in den Raum: „Dürfen Spieler unter dem Deckmantel des Vereins Vandalismus betreiben und müssen keine Angst vor Konsequenzen haben?“ Stronsdorf-Obmann Höss verneint: „Da gehe ich mit Herrn Semmelmeyer konform. Spieler sollten nicht einfach machen dürfen, was sie wollen. Auch und schon gar nicht unter dem Deckmantel des Vereins. Aber wie ich ihm und auch dem Verband bereits gesagt habe, haben meine Spieler das nicht getan.“

Vergangene Woche wurde auch die Anzeige von der Polizei eingestellt. „Das war mir aber irgendwo klar, weil wir es nicht beweisen können. Ich hätte mir halt ein wenig Anstand erwartet, aber gut, wir haben unsere Konsequenzen daraus bereits gezogen“, kündigt Semmelmeyer einen Boykott an: „Normalerweise haben wir uns mit den Stronsdorfern immer gut verstanden und sind auch immer gern zu Events nach Stronsdorf gefahren, aber das wird in Zukunft nicht mehr passieren. Dadurch werden ihnen Kantineneinnahmen und Eintrittsgelder verloren gehen. Und das wird bestimmt nicht wenig sein.“