Erstellt am 14. Juni 2017, 03:10

von Kevin Kada

Voller Fokus auf die EM. Der Retzer Daniel Mulley und seine Segelpartnerin Barbara Nemec haben im Sommer ein dicht gedrängtes Wettkampfprogramm. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren.

Daniel Mulley,Segler aus Retz.  |  NOEN, Kada

Zunächst planten die beiden Segler Daniel Mulley und Barbara Nemec, ab kommendem Wochenende bei der Kieler Woche, dem größten Segelevent Europas, zu starten.

Doch diesen Plan verwarfen die beiden Segler, um sich perfekt auf die Europameisterschaft, die ebenfalls in Kiel stattfindet, vorzubereiten. „Uns war wichtig, dass wir uns rechtzeitig und ausreichend auf die EM vorbereiten. Dafür müssen wir auf einem Gewässer trainieren, wo es auch Wellen gibt“, erklärt Daniel Mulley und nimmt somit die alte Trainingsstätte am Neusiedlersee aus dem Spiel. Damit die Segler auch finanziell abgesichert sind, hat der Retzer in den letzten Wochen und Monaten nach Sponsoren gesucht: „Das ist aber gar nicht so einfach. Da ich aber ein Haus in Wien vererbt bekommen habe, werde ich dieses verkaufen und zwei Wohnungen stattdessen kaufen und vermieten, damit wir ein regelmäßiges Einkommen haben. Denn wir wollen alles dem Segeln unterordnen.“

Das große Ziel für die beiden ist, in den A-Kader des Nationalteams zu kommen. Dafür bedarf es aber noch einiges an Training und vor allem Ergebnisse, wie Mulley meint: „Und darum wollten wir auch nur bei Events starten, wo wir eine realistische Chance haben, ein gutes Ergebnis einzufahren.“

Ende Juni geht es für das Duo nach Deutschland zum Training für die EM. Danach reisen sie weiter nach Frankreich, wo im August die Weltmeisterschaft ansteht. „Da es dort nun auch ein Event in unserer Bootsklasse gibt, war für uns klar, dass wir dort starten wollen“, so der Retzer.

Mulley: „Wir müssen auf engstem Raum leben“

Für das Segel-Duo heißt es, in den kommenden Monaten ein Leben auf Campingplätzen zu führen. Keine leichte Aufgabe, wie auch der Segler weiß: „Da Barbara und ich ein Paar sind, geht es zumindest etwas leichter. Aber wenn man einige Wochen auf engstem Raum leben und trainieren muss, dann brauchen wir auch viel Disziplin.“

Damit man in Kiel das beste Trainingsprogramm bekommt, will das Duo auf Trainingspartnerschaften zurückgreifen: „Da müssen wir dann vor Ort nach Kooperationen suchen. Das hat auch einen Sicherheitsaspekt, der nicht zu unterschätzen ist. Wenn man mal unfreiwillig das Boot verlässt, dann hat man etwa zehn Sekunden Zeit, um wieder aufs Boot zu kommen, sonst treibt es zu schnell davon und man hat ein Problem am Wasser.“

Nach den Wettkämpfen im Sommer liegt der Fokus bereits auf dem neuen Boot. Da die Nacra 17 Klasse mit einer neuen Bootsart ausgestattet wird, muss erst die Finanzierung des Bootes gesichert sein. Außerdem ist die Wartezeit für Nicht-Nationalteam-Fahrer um einiges länger, so der Retzer: „Wir bekommen unser neues Boot erst Ende 2017 oder Anfang 2018, da zuvor die Nationalteam-Fahrer ausgestattet werden. Und dann heißt es, viel zu trainieren, denn die neue Bootsklasse ist wesentlich schneller und verhält sich auf dem Wasser ganz anders. Für den ersten Bewerb in La Palma wollen wir startbereit sein.“