Erstellt am 24. Februar 2016, 05:54

von Christopher Eckl

Müller, übernehmen Sie!. Der Doberndorfer Richard Müller führt das heimische Parade-Beach-Duo Stefanie Schwaiger und Barbara Hansel als neuer Trainer in die Olympia-Saison.

Richard Müller (38) ist neuer Coach von Steffi Schwaiger und Barbara Hansel.  |  NOEN, Foto: Salzer

Heimlich, still und leise ging die „Beförderung“ des gebürtigen Horners Richard Müller (38) zum Cheftrainer von Stefanie Schwaiger und Barbara Hansel vonstatten. Igor Prielozny, der slowakische Coach des ÖVV-Paradeduos, schmiss im Winter das Handtuch, weil er sich um seine erkrankte Ehefrau kümmern muss. Danach hieß es „Müller, übernehmen Sie“ – der Doberndorfer wagt den Sprung ins kalte Wasser und führt Schwaiger/Hansel in die Olympia-Saison.

Der Kontakt zum heimischen Nummer-eins-Gespann kam nicht etwa durch die Waldviertel-Connection zu Schwaiger, sondern über die Salzburgerin Hansel zustande. „Ich habe sie immer wieder für kurze Zeiträume betreut, als sie noch mit Katharina Schützenhöfer und Bianca Zass zusammenspielte“, so Müller.

Bereits im letzten Sommer diente er als Sparringpartner für Schwaiger/Hansel. Nachdem Prielozny das Handtuch geworfen hatte, wechselte er in die Chefrolle. „Er ist jung, dynamisch und engagiert, bringt viel frischen Schwung ins Training“, lobt Europameisterin Schwaiger den Neo-Trainer, der die Zwettlerin und Barbara Hansel zuletzt bereits zum zwölftägigen Trainingslager nach Fuerteventura (Spanien) begleitete.

Erfahrungen in der Halle und am Strand

Müller startete seine Volleyball-Laufbahn in den 1990er-Jahren bei der Union Horn, wechselte dann nach Arbesbach. Nach einer Zwischenstation beim SVS Sokol ließ der gelernte Mittelblocker seine Hallenkarriere 2011/2012 in Arbesbach ausklingen, erreichte mit den Waldviertlern Platz drei in der Austrian Volley League und das Finale des Österreich-Cups.

In den Sommerpausen seiner Hallenlaufbahn zog es „Richie“ immer wieder auf den Strand. Aktiv bestritt er mit wechselnden Partnern Turniere in ganz Österreich. Passiv war er 2005 als Betreuer des heimischen Duos Florian Gosch/Bernhard Strauß bei der Beach-WM in Berlin dabei, kennt also die eigenen Gesetze sportlicher Großereignisse.

Sportliches Potenzial reicht aus

Wie stehen für den neuen Coach die Chancen, dass sich seine Schützlinge, trotz eines Rückstandes von aktuell 764 Punkten auf einen Fixplatz, über das Olympic-Ranking für die Spiele in Rio qualifizieren? „Wenn sie in den ersten drei Turnieren in einen Lauf kommen, können sie es schaffen. Das sportliche Potenzial dafür reicht auf alle Fälle aus.“

Der Start in die Saison erfolgt bereits heute, Mittwoch, in Macaio (BRA). Danach geht es weiter nach Rio de Janeiro und Vitoria, die Heimreise aus Brasilien ist erst für den 20. März geplant – ein ziemlich langer Auslands-Aufenthalt also. „Das muss man in Kauf nehmen. Bei einem solchen Projekt kann man nur mit sehr viel Engagement Erfolg haben, das geht nicht nebenbei.“

Neben der Tätigkeit als Beachvolleyball-Trainer hat Müller dann aber doch noch zwei „Projekte“ laufen: die Unternehmen Ballsportdirekt und TimeOut- Beachcamps, die er gründete und leitet. Wie eine Ein-Mann-Coach zweier Weltklasseathletinnen und Globetrotter das stemmt? „Ich habe umstrukturiert, Aufgabenbereiche abgegeben. Die Tätigkeiten, die ich aus der Distanz machen kann, mache ich aber weiterhin.“