Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:37

von Daniel Wertheim

Die ungewöhnlichen Wege des Anton P.. Eigentlich hatte Toni Popov die Karriere als Goalie schon abgehakt, doch nun war er der Held in Obritz.

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Nachdem Präsident Michael Konsel in der Vorwoche ein Comeback im Klosterneuburger Tor ausschloss, und die zwei Goalies Lukas Böck und Thomas Pils weiterhin verletzt sind, zog die SG ihren letzten Pfeil aus dem Köcher.

Anton „Toni“ Popov feierte nach acht Jahren wieder ein Comeback im Tor. Nach nur einer Woche Tormanntraining präsentierte er sich sogar derart gut, dass er auf Anhieb in der Kampfmannschaft auflief, obwohl die SG mit dem 18-jährigen Andi Obermüller zuletzt immerhin den ersten Heimsieg gefeiert hatte (5:4 gegen Gablitz). Tormanntrainer Alex Elstner meinte bei Popovs erstem Training: „Der ist ja richtig gut, wo hattet ihr den bisher versteckt?“ Ein weiterer Meilenstein in der ungewöhnlichen Fußballer-Laufbahn des Anton Popov.

Bis zu seinem 18. Lebensjahr spielte der Wiener nämlich im Tor von Simmering, Donau und Vienna. Beim Döblinger Kult-Klub durfte er sogar in der Regionalliga ran, doch mit 175 Zentimetern Körpergröße schien die große Karriere kaum machbar.

Also entschloss er sich, als Feldspieler durchzustarten und wechselte wieder zum SV Donau. Über Süßenbrunn und Ankerbrot kam er zu Sieghartskirchen, wo er in einem Testspiel sogar einem deutschen Scout auffiel — plötzlich kam ein Angebot vom SV Wacker Burghausen. In Deutschland konnte sich Popov jedoch nicht durchsetzen. Nach nur einem halben Jahr kehrte er daher wieder zurück nach Österreich. Bei der Elektra und dem FK Hollabrunn lief es nicht ganz nach Wunsch, also dockte der begeisterte Futsal-Spieler (FC Internazionale) im Sommer 2014 in Klosterneuburg an. Auch hier konnte der technisch versierte Popov nicht immer überzeugen, meist fehlte es an Effektivität. So strebte er im Sommer einen Vereinswechsel an, doch ein Transfer zerschlug sich.

In den ersten acht Runden hielt er sich so in der U-23-Mannschaft fit, ehe nun das Comeback im Tor eindrucksvoll gelang. In Obritz hielt er seinen Kasten 88 Minuten lang souverän sauber, erst der Ex-Austria- und Schottland-Profi Markus Holemar bezwang Popov aus einem Freistoß. „Es war einfach nur geil, ich hab das Torwart-Spiel vermisst“, sagte er nach seinem ersten Auftritt im Tor mit einem breiten Grinsen. Für die SGK bleibt zu hoffen, dass das Grinsen auch für die restlichen Runden bleibt.