Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:03

Die zehn größten Sport-Erfolge 2015. Von Corinna Kuhnles Gesamtweltcup-Erfolg, dem totalen Triumph bei der Jiu-Jitsu Weltmeisterschaft, bis hin zur Silbermedaille bei der Racketlon Europameisterschaft.

Die Pressbaumer Becirovic-Twins Mirnesa und Mirneta holten sich in Thailand WM Gold ab. Auch Nikolaus Bichler und Sebastian Vosta schafften dieses Kunststück.  |  NOEN, privat

Kuhnle holte Gesamtweltcup

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann die Höfleinerin Corinna Kuhnle auf die heurige Saison im Wildwasserslalom zurückblicken. Bei der Europameisterschaft belegt sie den für sie enttäuschenden 18 Platz, bei der Weltmeisterschaft in London wird sie sogar nur 29. Großen Grund zum Feiern gibt es dennoch: Nach ihrem ersten Sieg in einem Weltcuprennen in La Seu d´Urgell überhaupt, reicht Kuhnle der dritte Platz beim Saisonabschluss in Pau, um überraschend den Titel im Gesamtweltcup zu verteidigen.

Kuhnle und die in Pay sechstplatzierte Slowakin Jana Dukatova liegen nach fünf Weltcuprennen ex aequo an der Spitze, die bessere Platzierung beim Finale gibt schlussendlich den Ausschlag. „Dass ich mit Rang drei noch ganz nach vorne komme, ist auch für mich unglaublich. Die Aufholjagd vor dem Weltcupfinale war sensationell, darauf bin ich stolz“, strahlt Kuhnle. Nebenbei wird Kuhnle auch noch zu Niederösterreichs-Sportlerin des Jahres gekürt.
 

Jiu-Jitsu Weltmeisterschaft

Die Weltmeisterschaft in der thailändischen Metropole Bangkog ist für den internationalen Jiu-Jitsu Verband die erfolgreichste in der Geschichte. Auch der österreichische Verband stellt mit vier Goldmedaillen einen neuen Rekord auf - alle vier Goldenen holen Athleten von Goshindo Pressbaum. Nichts zu rütteln gibt es am Doppelgold für die Zwillinge Mirnesa und Mirneta Becirovic.

Die beiden Pressbaumerinnen gewinnen nicht nur den klassischen Duo-Bewerb wie erwartet souverän, sondern sichern sich auch den Sieg im erstmals ausgetragenen Duo-Show-System-Bewerb. Aber auch bei den Herren bereiten die Athleten des Pressbaumer Paradeklubs der internationalen Konkurrenz schlaflose Nächte. Mit Nikolaus Bichler und Sebastian Vosta sichern sich zwei Gablitzer Gold und Bronze.

Im Duo-Mixed-Bewerb holen sich der Eichgrabener Philippe Bleyer mit seiner Partnerin Andrea Gruber WM-Gold. In einem packenden Finale gewinnen Gruber/Bleyer gegen Welt- und Europameister Italien.
 

Ungeschlagen zum Meistertitel

Die Sitting Bulls aus Klosterneuburg holen zum dritten Mal in Folge den Titel in der österreichischen Rollstuhlbasketball-Meisterschaft. Die Klosterneuburger sind nach einer ungeschlagenen Saison auch im Meisterschafts-Final-Four nicht zu biegen. Mit Erfolgen gegen die Carinthian Broncos (83:56, 95:65) und die Flink Stones (73:38, 66:50) schaffen die Bullen den Einzug ins Final-Four. Im Halbfinale haben die Dolphins aus Wien beim 77:30 Sieg der Bullen keine Chance.

Im Finale - es wird Best-of-Three gespielt - gewinnt die Truppe von Trainer Andreas Zankl alle drei Spiele deutlich und holt damit den 11. Meistertitel. „Es war eine wahre Machtdemonstration. Neben den überlegenen Siegen hat mich beeindruckt, dass wir wirklich gut gespielt, und einige feine Spielzüge aus dem Hut gezaubert haben“, freut sich Zankl. Aber auch im Cup sind die Sitting Bulls wieder eine Macht. Zum Start in die Saison 2015/2016 sichern sich die Klosterneuburger überlegen den vierten Cup-Titel.
 

Hockey-Asse aus Klosterneuburg

Die Klosterneuburger Pit Rudofsky und Xaver Hasun feiern im Jahr 2015 zahlreiche Erfolge. Der 19-jährige Rudofsky holt im Jänner mit dem U-21-Nationalteam bei der U-21-Europameisterschaft in der Halle den Titel und sorgt dabei mit acht Toren im Turnier für einen Rekord. Denn mit vier Hallen-EM-Titeln ist Österreich nun alleiniger Rekordhalter. Nach dem tollen Start in das Jahr geht es für Rudofsky und Hasun bei der Hallen Weltmeisterschaft in Leipzig erfolgreich weiter.

Nach dem Einzug ins Viertelfinale schaffen die Österreicher überraschend den Vormarsch bis ins Finale. Dort müssen sich die beiden Klosterneuburger allerdings Holland mit 2:3 geschlagen geben. „Der zweite Platz ist schon sehr toll, das hat in Österreich vorher noch nie jemand geschafft“, freut sich Hasun. Doch damit noch nicht genug. Bei der B-Europameisterschaft in Prag holen die Beiden mit dem österreichischen Team die Silbermedaille hinter Polen und steigen damit unter die Top-Acht Nationen der Welt auf.
 

Spiel des Lebens

In der Europa-League-Qualifikation trifft der Mauerbacher Stephan Palla mit dem Wolfsberger AC auf den großen Favoriten Borussia Dortmund. Beim Heimspiel in der mit 30.000 Zusehern restlos ausverkauften Klagenfurter Wörthersee-Arena ist Palla einer der besten Spieler der Begegnung, kann aber an der 0:1 Niederlage nichts ändern. Das Rückspiel vor 66.000 Fans im Westfalen-Stadion gewinnt die Borussia dann allerdings klar mit 5:0. Dennoch hielten die Wolfsberger bis zur Pause immerhin ein 0:0.
 

Titel wieder zu Hause

Nach einem Jahr Pause holen die Flag Indians Klosterneuburg wieder den Staatsmeistertitel im Flag-Football. Als Sieger des Grunddurchganges gab es für die Klosterneuburger im Viertelfinale ein Freilos. Gegen die Graz Panthers kommt es im Halbfinale zur Wiederauflage des letztjährigen Halbfinales. Damals verloren die Indians überraschend. Doch diesmal revanchieren sich die Klosterneuburger und ziehen mit einem deutlichen 49:13 Sieg ins Finale ein. Dort warten die „Erzfeinde“, die Styrian Studs. In einem sehr offensiv geführten Spiel holen sich die Indians schließlich mit 41:31 den Staatsmeistertitel.
 

Neues Trainerduo

Nach dem Abgang von Robert Langer übernehmen Armin Göttlicher und Damir Zeleznik die Geschicke auf der Trainerbank der Klosterneuburger Dukes. Armin Göttlicher gilt als Urgestein im Klosterneuburger Basketball. Er hat alle Stationen als Spieler - vom Nachwuchs bis zur A-Mannschaft - durchgemacht. Als Assistenztrainer war er für den Meistertitel 2012, den Cup-Sieg 2013, sowie zwei Supercup-Siege mitverantwortlich. Allerdings verlässt mit Momo Lanegger einer der besten Verteidiger der Liga vor Saisonbeginn die Dukes um bei den Güssing Knights international zu spielen.
 

Silber bei Racketlon EM

Bei der allerersten Racketlon Europameisterschaft belegt das österreichische Nationalteam mit dem Klosterneuburger Michi Dickert im Teambewerb den zweiten Platz hinter den übermächtigen Dänen. Im Einzel wird Dickert insgesamt vierter. Gold holte Österreich allerdings im U21-Bewerb mit Bettina Bugl, die für Klosterneuburg spielt.
 

Klassenerhalt fixiert

Klosterneuburgs Tennisherren können zwar den Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen, schaffen in der Bundesliga aber immerhin den Klassenerhalt und belegen letztlich den achten Gesamtrang. Mit sechs Siegen und nur einer Niederlage beenden die KTV-Landesliga-Damen die Saison und werden damit Zweite. Einziger Wehrmutstropfen im Klosterneuburger Tennis: Der Klosterneuburger Tennisverein zieht die Damenmannschaft aus Kostengründen aus der Bundesliga zurück. Ebenfalls das Herren-Landesligateam.
 

SG Klosterneuburg

Die Spielgemeinschaft Klosterneuburg, bestehend aus dem FC Olympique 05 und dem SC Klosterneuburg 1912, belegt in der Premierensaison in der Gebietliga den starken fünften Platz. Das U-23-Team holt sogar den Meistertitel. Allerdings wird die Harmonie in der SG im Sommer durch Streit gestört. In einer Mail an den Verband will SCK-Sektionsobmann Robert Eder die SG auflösen, dies stellt sich später aber als angeblicher Irrtum heraus. Weitere Dispute sind die Folge.

Daniel Wertheim wirft im September das Handtuch als FC Olympique Obmann - Andreas Marada folgt ihm nach. In weiterer Folge wird von Seiten des SC Klosterneuburg von einer möglichen Fusion der beiden Vereine gesprochen - Marada sieht dies zunächst positiv. Nun stehen aber alle Zeichen für eine Auflösung der SG. Denn im September gibt SCK-Präsident Gerhard Hrebicek die einseitige Kündigung der SG mit 30. Juni 2016 bekannt.