Erstellt am 15. September 2015, 16:27

von Daniel Wertheim

Mit Faserriss "Dritthärteste". Im „härtesten Teambewerb der Welt“ konnte der Höfleiner Stephan Brodicky mit seinem Team den Titel nicht verteidigen, aber den ausgezeichneten dritten Rang erreichen.

Stephan Brodicky führte sein Team beim Dolomitenmann als Schluss-Kanu-Fahrer trotz Muskelfaserriss auf Rang drei.  |  NOEN, Red Bull Media

Den prestigeträchtigen Titel beim Red Bull Dolomitenmann konnte Stephan Brodicky mit dem Team „Vita-Life“ zwar nicht verteidigen, doch ein Platz auf dem Podium ist mehr, als Brodicky erwartet hat und mehr, als mit einem Muskelfasereinriss möglich schien. Und doch ist Brodicky ein wenig enttäuscht: „Wenn du vor dem Schlussabschnitt des Rennens in Führung liegst, fühlt sich ein dritter Platz nicht so gut an, wie er eigentlich ist.“

Da der Veranstalter heuer die Startnummern nach einem neuen „Setzlistenprinzip“ vergab, startete Brodickys Titelverteidiger-Team plötzlich nur mehr mit Nummer elf statt Nummer eins. „Es gab sechs bis acht Teams, die als Favoriten galten, aber uns haben sie wieder nicht dazugezählt. Mal sehen, ob sie nächstes Jahr aus ihren Fehlern lernen“, schmunzelte Brodicky.

Es ging wirklich eng zu

So wie im Vorjahr startete der Bergläufer Abraham Kidane-Habtom wie aus der Pistole geschossen und ging in Führung. Schließlich ging ihm am Ende der 12-Kilometer-Strecke die Puste aus, aber immerhin übergab er in 1:21:50,8 Stunden als Zweiter an den Schweizer Paragleiter Christian „Chrigel“ Maurer, der zuletzt viermal in Folge die Red Bull X-Alps (ein achttägiges Rennen mit dem Paragleiter und zu Fuß zwischen Salzburg und Monaco) gewinnen konnte. Sowohl Maurer als auch der Mountainbiker Juri Ragnoli (ersetzte Lukas Buchli, der heuer seine Karriere beendet) machten ihre Sache gut. So übernahm Teamkapitän Brodicky als Führender mit seinem Kanu, knapp gefolgt von einem Trio. „Es ging wirklich eng zu, und bei einer Kollision ist es dann geschehen, wir haben uns unter Wasser verkeilt und ich habe mich leicht verletzt“, ärgerte sich der Höfleiner, der ab der Hälfte des Rennens mit einem Muskelfaserriss in der rechten Schulter weiter fahren musste.

„Das hat mich bei einer Wasserwalze und beim Ausstieg, wo man die letzten 600 Meter sein Kanu ins Ziel tragen muss, ziemlich behindert“, musste er fast tatenlos zusehen, wie er noch vom Team Red Bull überholt wurde und in 4:10.14 Stunden nur 36 Sekunden hinter Platz zwei und den Siegern der Kleinen Zeitung ins Ziel kam.