Erstellt am 29. September 2015, 16:22

von Claus Stumpfer

Saisonfinale in Höchstform. Der 23-jährige Mauerbacher Pascal Pitzal holt zum Abschluss der österreichischen Meisterschaft am Wachauring einen zehnten und zwei elfte Plätze — dazu gibt er sein EM-Debüt.

Pascal Pitzal wurde in den letzten Saisonrennen immer stärker.  |  NOEN, privat

Mit dem Großevent am Wachauring in Melk, bei dem nicht nur das Finale der österreichischen Supermoto-Meisterschaft, sondern auch EM- und WM-Läufe ausgetragen wurden, krönte Pressbaums Pascal Pitzal seine Saison.

„Kurz entschlossen hatte ich mich doch noch für die parallel zu den ÖM-Läufen stattfindenden EM-Rennen angemeldet, und musste das nicht bereuen“, freute er sich, dass er den Aufwärtstrend von Bad Fischau fortsetzen konnte.“Der Stress war aber enorm, denn insgesamt gab es an diesem Rennwochenende neben zwei Qualifyings gleich fünf Rennläufe“, sah der Youngster sich auch physisch gefordert.

"Meine absolute Lieblingsstrecke"

Der schnelle Kurs in Melk mit einer Gesamtlänge von rund 1,9 Kilometer bot zwei längere und eine kurze Offroad-Passage, eine Gerade mit einem Topspeed von 160 km/h und daran anschließend eine Highspeedkurve. „Die verlangt Mut und Können und macht den Wachauring zu meiner absoluten Lieblingsstrecke“, lacht Pitzek, der die zahlreich angereisten Freunde und Fans dann auch nicht enttäuscht hat.

Schon im Qualifying der österreichischen Meisterschaft stellte er seine Suzuki mit einer starken Leistung auf Rang 12 — „vor Konkurrenten, die bis vor wenigen Wochen noch meine Vorbilder waren“, zeigte er sich extrem erfreut. In den ersten beiden Rennen lieferte er gewohnt gute Starts ab, bot kämpferisch jeweils starke Leistungen und brachte damit zweimal den ausgezeichneten elften Rang nach Hause.

Blitzschnelles Umrüsten auf Regenfahrbahn

Das dritte Rennen wurde bei leichtem Nieselregen mit Slickreifen gestartet, musste jedoch nach wenigen Runden wegen eines heftigen Wolkenbruchs abgebrochen werden. „Blitzschnell haben meine Mechaniker das Motorrad auf Regenreifen umgebaut, und mir die Möglichkeit gegeben, nach dem Neustart auf nassem Untergrund mein Gefühl zu zeigen“, konnte sich der 23-Jährige lange Zeit auf Rang neun halten, am Ende gab es den tollen zehnten Rang.

Es folgten die EM-Rennen, bei denen die Leistungsdichte nochmals enger beisammen lag. „Die ersten 20 Startplätze wurden innerhalb von nur zwei Sekunden ausgefahren“, erzählt Pitzek, der es selbst auf Startrang 24 schaffte. Und im Rennen konnte er sich trotz der vielen erfahrenen Gegner sogar auf Rang 21 verbessern.

„Im zweiten Rennen hätte es auf feuchter Strecke für den EM-Debütanten noch besser kommen können, doch auf Rang 15 liegend, begann die Strecke aufzutrocknen. „Meinem Hinterreifen waren dann die Strapazen der zweiten Renndistanz (der Reifen war schon im letzten der ÖM-Läufe montiert, Anm. d. Red.) zunehmend anzumerken und in den letzten Runden löste er sich buchstäblich auf“, war daher für Pitzek das Fahrverhalten nur mehr schwer kontrollierbar. „Einige Gegner konnte ich so nicht mehr halten, aber am Ende gab es Rang 20 — angesichts der Umstände ein riesen Erfolg“, weiß er, dass dieser viele Väter hat. „Die Mechaniker und die Sponsoren, aber auch die Eltern und meine Frau sind jedes Rennwochenende dabei und unterstützen mich“, bedankt er sich dafür herzlich.