Erstellt am 30. Dezember 2015, 03:48

von Kevin Kada

„Angebot zu groß“. Führende Funktionäre der Stockerauer Sportvereine beklagen fehlende Zuschauer in den Stadien und Hallen.

SP-Stadtrat Othmar Holzer ärgert sich über die NEOS- Kritik. Fotos: NÖN  |  NOEN, NÖN

Cupspiel der Handballdamen des UHC Stockerau gegen Altmannsdorf – Zuschauerzahl: circa 50 Personen. Dieses Bild ist in Stockerau keine Seltenheit, egal um welche Sportart es geht.

Großes Fernseh-Angebot für Holzer als Problem

Walter Klinger, sportlicher Leiter des UHC Stockerau, ist etwas ratlos: „Bei den Cupspielen ist tendenziell immer weniger los. Bei Ligapartien haben wir so um die 100 Zuschauer. Doch auch das ist für die Liga noch wenig.“

Stockerau spielt, so wie auch Korneuburg, in der höchsten Handballspielklasse Österreichs. „Korneuburg hat es geschafft, mehr Zuschauer in die Halle zu bringen. Wir haben einige Dinge versucht, doch so ganz will noch keine Maßnahme greifen.“

Ähnlich geht es den Fußballern. SV-Stockerau-Präsident Othmar Holzer bekrittelt ebenfalls die geringen Zuschauerzahlen, hat aber auch Gründe dafür parat: „Wenn man sich sieben Tage die Woche Fußball aus aller Welt im Fernsehen anschauen kann, dann treibt es immer weniger Menschen auf die Fußballplätze. Dieses Problem haben nicht nur wir in Stockerau, sondern der gesamte Amateursport.“

Huto: „Leben etwas auf der Insel der Seligen“

Ein Verein in Stockerau hat diese Probleme nicht: Die Eis hockey-Cracks der Stock City Oilers dürfen sich bei jedem Heimspiel über 200 Zuschauer und mehr freuen. „Für uns ist das natürlich erfreulich. Eishockey ist ein Randsport, und wenn man dann die gleichen Zuschauerzahlen wie die Fußballer zusammenbringt, dann kann man schon sagen, dass wir auf einer Insel der Seligen leben“, so Obmann Helmut Huto.

Warum es bei den Oilers so gut läuft, erklärt sich Huto so: „Wir spielen mit fast 100 Prozent einheimischen Spielern und darum kommen die Leute.“

Ins selbe Horn stoßen auch Holzer und Klinger – die sich ebenfalls den Eigenbauspielern verschrieben haben. Doch SVS-Präsident Holzer hat auch für die Zuschauerflut der Oilers eine Erklärung: „Eishockey hat sicher nicht so ein großes Konkurrenzgebiet wie Fußball. Im Großraum Stockerau und im gesamten Bezirk gibt es so viele Vereine, die auch oft zeitgleich spielen. Dieser Umstand in Kombination mit der fehlenden Ambition ist Gift für alle Vereine. Deswegen werden es eben immer weniger Zuschauer.“

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