Erstellt am 17. Februar 2016, 05:04

von Peter Sonnenberg

Europacupsieg geholt. Das Stockerauer Top-Talent Beatrice Kudlacek (16) bewies im rumänischen Satu Mare, dass sie zu den besten Nachwuchsfechterinnen Europas zählt – jetzt wartet die Junioren-EM.

Zugestochen. Beatrice Kudlacek zeigte in Rumänien ihre Klasse, bekam danach für den Sieg Pokal, Medaille und ein (!) Schwert.  |  NOEN, privat

Im rumänischen Satu Mare ging das traditionelle „Memorial Ecaterina Stahl“-Turnier im Florettfechten über die Bühne. Für Top-Talent Beatrice Kudlacek war dieses Europacupturnier in der Fechthochburg (Anm.: mehrere Weltmeister kommen aus Satu Mare) auch das letzte in der Kadettenklasse, zukünftig wird die Kämpferin der Fechtgilde Stockerau nur mehr in der Ju-niorenklasse an den Start ge-hen.

Dementsprechend motiviert, noch einmal allen zu zeigen, dass sie zu den besten ihrer Altersklasse in Europa zählt, ging die Weinviertlerin in dieses Turnier. Mit fünf Siegen und einer Niederlage in der Vorrunde ging es auf Platz neun gesetzt in die Direktausscheidung.

Nach einem Freilos und einem klaren Sieg über die Rumänin Baloiu folgte aber der erste Dämpfer für Kudlacek: Nach einer höchst umstrittenen 14:15-Niederlage über Lokalmatadorin Sirbu musste sie den kräfteraubenden Weg über den Hoffnungslauf antreten. Dort ließ die Lenau-städterinnen nichts anbrennen und kämpfte sich zurück in den Hauptbewerb. Dort wartete Rumäniens Nummer eins Saveanu. Mit einem 15:3-Sieg war das erreicht, wovon Kudlacek schon lange geträumt hatte:

Endlich in einem Semifinale und somit am Podest eines Europacupturniers. „Was dann passierte, war europacupwürdig, aber wie bei den Profis“, schwärmte auch Vater Oliver: eine volle Tribüne, neue Finalbahn und vier TV-Kameras des rumänischen Fernsehens. Von dieser Gänsehautatmosphäre motiviert, schlug sie die Ukrainerin Taranenko. Im Finale gegen eine weitere Rumänin, Candescu, glich die Halle einem „Hexenkessel“. Doch Kudlacek bewies kühlen Kopf und jubelte mit 15:10 über Platz eins.

Glücklich nahm sie am Abend zu den Klängen der österreichischen Bundeshymne die Preise entgegen. „Ein besseres Ende bei den Kadetten hätte ich mir nicht wünschen können“, strahlte die 16-Jährige. Mit diesem Turniersieg kämpfte sich der Youngster auch in die Top Ten der Europrangliste zurück. Somit wird sie bei den kommenden Europameisterschaften in Novi Sad (Serbien) Ende Fe-bruar/Anfang März als Nummer sieben gesetzt starten.