Erstellt am 24. Februar 2016, 05:04

von Peter Sonnenberg

Iran war eine Reise wert. Der Korneuburger Thomas Kunert legte am persischen Golf trotz kultureller Eigenarten mit Christoph Dressler einen Traumstart in die Olympiasaison hin - Platz neun.

Märchen aus 1000 und einer Nacht. Thomas Kunert (rechts) und Christoph Dressler vor dem Hotel im Iran mit einer Corvette Stingray.  |  NOEN, privat

Das Beachvolleyballduo Thomas Kunert (aus Korneuburg) und Christoph Dressler legte beim FIVB Open im iranischen Kisch am persischen Golf mit einer Top-Ten-Platzierung einen Traumstart in die Olympia saison hin: Platz neun und bestes österreichisches Team, dazu eine weitere Verbesserung in der Weltrangliste.

Besonders interessant: Kunert und Dressler waren dabei, als Sportgeschichte geschrieben wurde. Die FIVB hatte das Turnier ja nur unter Auflagen an den Iran vergeben. So musste gewährleistet werden, dass Frauen in der Organisation des Turniers eingebunden werden und weiblichen Zuseherinnen der Besuch der Veranstaltung erlaubt werden muss. Das ist auch geschehen, was ein völliges Novum für den Iran bedeutet – insofern also ein beinahe historisches Beachvolleyballturnier. Wenngleich der Korneuburger trotzdem von der einen oder anderen Eigenart berichtete:

„Uns wurde beispielsweise gesagt, dass wir Frauen nicht die Hand schütteln dürfen, auch nicht zur Begrüßung, da das ein zu intimes Eindringen in die Privatsphäre bedeuten würde“, erzählt der 27-jährige Korneuburger. Ein anderes Mal wollte Partner Dressler von der Hotel managerin nur wissen, wann es Mittagessen geben würde, bekam aber nur als Antwort, dass sie schon verheiratet sei. „Das waren ungewohnte Einblicke, aber ansonsten ein tolles Turnier“, bilanzierte Kunert.

In der Gruppenphase feierten die Beiden zwei klare 2:0-Siege gegen Polen und Iran, ehe man sich der deutschen Nummer eins des Turniers im letzten Gruppenspiel erst in der Verlängerung des Entscheidungssatzes mit 17:19 geschlagen geben musste. Als Gruppenzweiter ging es aber locker in die K.O.-Runde. In der Zwischenrunde setzten sich die Österreicher gegen die Engländer Gregory/
Sheaf klar mit 21:16 und 21:16 durch. Im Achtelfinale gegen die Kanadier Pedlow/O’Gorman musste man wieder in den Ent scheidungssatz und verlor erneut in der Verlängerung – 16:18.

Das schmerzte Kunert: „Zweimal derart knapp verlieren ist schon frustrierend, wobei die zweite Niederlage noch mehr schmerzt. Wir hätten uns eine Top-5-Platzierung verdient, haben sehr gut gespielt, aber Kanada war dann im Finish etwas glücklicher.“ Unmittelbar nach der Heimkehr aus dem Iran fliegt das Team gleich weiter nach Brasilien, wo neben einem Nationalteam-Trainingscamp auch der Start bei zwei weiteren World-Tour-Turnieren auf dem Programm steht.