Erstellt am 15. Juni 2016, 05:00

von Peter Sonnenberg

Leobendorfer bezwang Südafrika. Der Leobendorfer Harald Fritz (49) nahm erfolgreich am „Comrades Marathon“ zwischen Durban und Pietermaritzburg teil, einem der härtesten Ultramarathons weltweit.

 |  NOEN, privat

„Das ging leichter als gedacht“, schmunzelte der Leobendorfer Ultraläufer Harald Fritz im Ziel des „Comrades Marathons“ in Südafrika. In 11:29:18 Stunden (für knapp 90 Kilometer) überquerte er die Ziellinie des tradi-tionsreichsten und teilnehmerstärksten Ultramarathons weltweit, der seit 1921 zwischen den Städten Durban und Pietermaritzburg ausgetragen und als nationales Sportereignis in voller Länge im TV übertragen wird.

Dabei verlief die Vorbereitung nicht wie gedacht: „Eigentlich wollte ich 100 Kilometer in der Woche laufen, am Ende sind es arbeitsbedingt nur 60 bis 70 geworden. Die längste Distanz am Stück war der Vienna City Marathon.“ Dennoch fühlte sich der 49-Jährige gut, als die Startkanone um 5.30 Uhr losging. Konditionell ging es ihm gut, einzig das Höhenprofil unterschätze er: „Es waren nur drei Kilometer flache Strecke am Ende. Ansonsten ging es nur bergauf und bergab. Besonders Letzteres machte mir zu schaffen. Man wird bergab immer schneller, das kann zu bösen Stürzen führen.“ Ansonsten bereitete ihm nur der Temperaturanstieg Probleme.

Hatte es in der Früh noch frische 13 Grad, stieg es bis zum Nachmittag auf 31 Grad an. „Die Veranstalter haben uns den Tipp gegeben, alte Sachen anzuziehen, um diese dann auszuziehen und Südafrikanern zu geben, die an der Strecke warteten.“ Stichwort Zuschauer: Wie groß dieses Event in Südafrika ist, merkte Fritz an mehreren Begegnungen. Nicht nur, dass die knapp 20.000 Teilnehmer entlang der Strecke euphorisch angefeuert wurden, auch danach gratulierten ihm wildfremde Menschen, die sein Starterleiberl sahen.

Zwölf Stunden später, um 17.30 Uhr, ertönte wieder die Kanone als Zeichen des Endes. Wer bis dahin nicht im Ziel war, wurde aus dem Rennen genommen. „Die Veranstalter sind dabei knallhart. Selbst Läufer, die bereits im Stadion auf der Schlussrunde waren, durften nicht mehr ins Ziel.“ Kein Problem für Fritz, der
eine halbe Stunde davor im Ziel war.

Nach diesen Strapazen gönnte er sich noch ein paar Tage Südafrika, ehe ihn wieder die Heimat rief. Und was machte er dort als Erstes? Natürlich, Laufen gehen! Für den Rest des Jahres war es das aber mit Extremläufen, außer dem Amsterdam-Marathon sind keine längeren Distanzen mehr geplant.