Erstellt am 20. Oktober 2015, 05:27

von Verena Bauer

Aufholjagd nach Kabinenpredigt. Domagoj Surac und Christoph Neuhold fixierten in Tirol in letzter Sekunde das Untentschieden.

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TIROL - KREMS 24:24. Wie schwarz und weiß - so sieht die Begegnung von Krems mit der Tiroler Truppe von Raúl Alonso aus, wenn man die beiden Halbzeiten vergleicht. Dabei bewegte sich zumindest nach dem Anpfiff so einiges in einer Grauzone: Anfänglich vereitelte Michael Shejbal die Schwazer Attacken, ehe die Goalgetter Anton Prakapenia und ein entfesselter Damir Djukic nach dem 4:4 zum Überholvorgang ansetzen.

Es war aber der weißrussische Goalie Aliksei Kishou, der die Kremser vollkommen aus dem Konzept brachte. „Es hat so ausgesehen, als ob er den Ball fischen wollte. Dann hat er aber Norbert Visy wie ein Deckungsspieler gefoult – außerhalb des Wurfkreises“, erzählt Coach Ivo Belas. „Eigentlich hätte er dafür Rot sehen müssen.“ Generell herrscht beim UHK derzeit Unmut über die Leistung des Referee-Duos Alexandra Begusch und Martin Kotrc. „Es ist so schon nicht leicht, in Tirol zu spielen. Man erwartet sich zumindest eine HLA-würdige Leistung von den Unparteiischen“, meint Obmann Josef Nussbaum. Den Rest der Halbzeit präsentierte sich Krems völlig von der Rolle. Belas ließ die Youngsters Aron Tomann und Marko Simek auf der Platte frei, die die Partie nicht drehen konnten, aber je für ein Tor sorgten.

Richtungswechsel und Kurs auf das Remis 

In der Halbzeitpause redete Belas seiner Truppe ins Gewissen. „Ich wollte mehr Aggressivität sehen, die Schiris können nicht jedem zwei Minuten geben“, erinnert sich Belas. Das wurde auch umgesetzt: Günter Walzer ackerte in Deckung und Angriff, Andras Boszo brachte Bewegung ins Spiel und verschaffte Christoph Neuhold Luft für seine Angriffe. „Das ist für mich positiv: Wenn Leistungsträger wie Tobi Schopf und Vlatko Mitkov auslassen, fängt das Team das auf“, so Belas. In einem Herzschlagfinish rettete Rot-gelb dann den wertvollen Tabellenpunkt: Domagoc Surac setzte eine Minute vor Schluss auf 24:23. Neuhold setzte 15 Sekunden vor der Sirene nach, während der letzte Schwazer Angriff erfolglos blieb.

„Nach so einem Rückstand zurückzukommen, das ist eine Charaktersache“, lobt Belas sein Team. „Gleichzeitig haben wir – zum Beispiel am Siebenmeterpunkt – viel liegengelassen.“