Erstellt am 29. Dezember 2015, 05:03

Die zehn größten Sport-Erfolge 2015. Ob Fußballer, Handballer oder Radsportler. Die Athleten und Vereine aus dem Bezirk zeigten sich von ihrer besten Seite. Titel gab es viele, darunter auch internationale Erfolge.

Christoph Neuhold - hier beim Spiel gegen Hard - legt in dieser Saison einen beachtlichen Leistungssprung hin. Günther Walzer (im Hintergrund) sorgt vor allem in der Deckung vor Stabilität.  |  NOEN, Bauer

Fußball: Kremser SC Titel erfolgreich bei Cups

Mit dem Aufstieg in die Regionalliga Ost wird es für den Kremser SC zwar nichts, dafür beweisen Erwin Denk & Co ihr Händchen für Cup-Bewerbe: Im NÖ-Meistercup krallt sich das weiße Ballett der Wachau den Titel, im ÖFB-Cup folgt dann in Runde zwei eine wahre Cup-Schlacht gegen Wacker Innsbruck, die so manchen Fan der Kremser vom Cupsieg 1988 träumen lässt. 2000 Zuseher feuern beide Teams an, die es lange spannend machen: Erst nach 120 Minuten gehen die Tiroler mit 5:3 als Sieger vom Rasen des Sepp-Doll-Stadions.
 

Fußball: SC Haitzendorf sichert sich Titel

Der Haitzendorfer SC sichert sich in der 2. Landesliga West in einem sensationellen Zielsprint den Titel und darf dem KSC in der 1. Landesliga Gesellschaft leisten. Lange Zeit liefern sich die Parb-Truppe und Wieselburg einen Schlagabtausch, letztendlich profitieren Christian Schaller & Co von einem Remis, das der Lokalrivale aus Rohrendorf den Wieselburgern abtrotzt. In der 1. Landesliga läuft es für den HSV-Express aber bis jetzt nicht nach Wunsch - man hinkt der Form der Vorsaison hinterher.


Handball: Dritter Platz für Kremser Handballer

In der Saison 2014/15 war für die Kremser Handballer im Viertelfinale gegen die Fivers Endstation. Nun beendet das stark verjüngte Team von Coach Ivo Belas und Kapitän Tobias Schopf den Grunddurchgang auf dem starken dritten Platz. „Wir liegen vor dem regierenden Meister, haben in der letzten Partie gegen Westwien eine überragende Schlussphase gezeigt“, lobt UHK-Obmann Josef Nussbaum. „Im Sommer hätte uns jedenfalls niemand Platz drei zugetraut – mit den zwölf Punkten für das Obere Play-off sind wir rundum zufrieden.

In der Meisterschaft ist jedenfalls noch viel möglich – ich schiele derzeit auf das Halbfinale.“ Einzige Patzer des Grunddurchgangs: das Unentschieden gegen Bruck und eine Auswärtsniederlage gegen Linz. „Dafür haben wir gegen Hard und Bregenz Heimstärke bewiesen“, so Nussbaum. „Mit Domagoj Surac am Kreis und in der Abwehr sowie den vielen jungen Spielern – Marko Simek, Aron Toman, Moritz Steinhauser –, die Schritt für Schritt ihren Weg in die HLA finden, sind wir auch personell gut aufgestellt.“ Im neuen Jahr nimmt der UHK das Obere Play-off und den Cup in Angriff.
 

Gewichtheben: Fischer erobert Bronzemedaille

„Im ersten Augenblick war ich enttäuscht, erst dann konnte ich mich über die Medaille freuen“, so David Fischer, Gewichtheber des ACU Krems. Gerade hat er bei der U17-WM in Peru die Bronzemedaille erobert. Im Reißen, mit 132 Kilogramm in zweiten Versuch. Mit etwas mehr Glück wären sogar drei Medaillen möglich gewesen. Der dritte Platz ist dennoch ein riesiger Erfolg.
 

Radsport: RSC Amplatz holt sich Einzel- und Mannschaftstitel

2015 ist ohne Zweifel das Jahr des RSC Amplatz. Und das nicht nur, weil man sich in der Bundesliga den Einzel- und Mannschaftstitel sichert. Dies alleine wäre schon ein riesiger Erfolg. Doch das aufstrebende Radsport-Team aus Langenlois hat heuer noch mehr zu bieten. Zum zweiten Mal startet der Rennstall bei der Österreich-Rundfahrt.

Man wollte im Vergleich zur Premiere 2014 einen Schritt nach vorne machen. Und das gelingt. Die Amplatz-Fahrer zeigen von der ersten Etappe an ihre Klasse. In Rennen zwei und drei jubelt man über Podestplätze. Und als wäre das noch immer nicht genug, sorgt Jan Tratnik für Jubelstürme bei den Langenloiser: Der Slowene darf sich am Ende der Rundfahrt über das Punktetrikot freuen.
 

Tennis: KTK Krems wird Landesmeister

Der Traditionsverein KTK Krems ging mit bescheidenen Zielen in die Meisterschaft der Landesliga A: „Wir peilen den Klassenerhalt an“, gab Harald Wels, der Sportliche Leiter, im Mai noch bekannt. Es sollte jedoch ganz anders kommen: Manuel Grünback, Rainer Falenti & Co. spielen sich souverän von Sieg zu Sieg. Die einzige Niederlage setzt es in Runde zwei gegen den TV Wiener Neudorf. Topfavorit Hochwolkersdorf muss sich – nachdem der Verein den Meistertitel voreilig auf der eigenen Homepage angekündigt hatte – mit dem zweiten Tabellenrang begnügen.

Der Relegation stellen sich die Kremser aber nicht. „Ohne Verstärkung aus dem Ausland ist man in der 2. Bundesliga chancenlos“, so Wels. „Wir vertreten die Philosophie, größtenteils mit Spielern aus der Region antreten zu wollen. Der Landesmeistertitel freut uns immens.“ So spielt man auch 2016 in der Landesliga.
 

Fußball: SC Gföhl sichert sich Meistertitel

Der SC Gföhl sichert sich mit 56 Punkten aus 26 Spielen den Meistertitel in der 1. Klasse Nordwest-Mitte. Ähnlich wie die Langenloiser im Vorjahr legen die Gföhler den Grundstein für den Aufstieg bereits in der Hinrunde. Die offensive Spielphilosophie des Gföhler Trainers Sascha Kiss spricht zudem eine deutliche Sprache. 81 Tore erzielt die Kiss-Truppe in der Meistersaison, allein 24 davon gehen auf das Konto von Goalgetter Peter Bohus.
 

Tischtennis: Dollmann als Medaillengarant

Manfred Dollmann. Der Name steht für Erfolg. Der Behinderten-Tischtennisspieler ist bei Europameisterschaften stets ein Medaillengarant. So auch in diesem Jahr. In Dänemark tritt der Straßer gemeinsam mit Partner Egon Kramminger im Teambewerb an und sichert sich – mal wieder – einen Podestplatz.

Das Duo bekommt es im Finale mit dem großen Rivalen Deutschland zu tun, der als Favorit ins Endspiel geht. „Für uns eine nicht bezwingbare Hürde“, sagt Dollmann. Silber strahlt dafür umso heller. So tröstet ihn der Erfolg auch etwas darüber hinweg, dass es im Einzelbewerb alles andere als nach Wunsch läuft. Ergebnisse wie jene im Teambewerb machen aber Mut für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, die 2016 über die Bühne gehen.
 

Fechten: Poscharnig konstantester Fechter

Im Vorjahr musste er im Finale der Staatsmeisterschaften noch aufgeben, heuer merzte er auch diese Scharte aus. Die Rede ist von Fechter Johannes Poscharnig. Der Kremser krönt damit eine bereits erfolgreiche Saison. Vor mehr als 400 Zuschauer zeigt sich Poscharnig von seiner Schokoladenseite und muss in fünf Gefechten bloß 25 Gegentreffer hinnehmen.

Und das gegen die heimische Fecht-Elite. So auch im Finale. Ein sehr einseitiges Endspiel bringt schließlich einen deutlichen 17:7-Erfolg. Poscharnig zeigt sich damit als konstantester österreichischer Fechter in dieser Saison.


Leichtathletik: Branislav holt EM-Titel

EM-Titel in der Leichtathletik sind in Österreich eher die Seltenheit als eine Regel. Branislav Puvak, Athlet des ULV Krems, sorgt für einen dieser raren Momente. Bei den Masters-Europameisterschaften Ende März sichert sich der 36-Jährige die Goldmedaille im Fünfkampf.

Ein Erfolg, der nicht hoch genug einzuschätzen ist. Mit 3.648 Punkten stellt er zudem die viertbeste jemals gelieferte Wertung auf. Für Puvak geht damit ein „Lebenstraum“ in Erfüllung. Sein Trainer Eduard Holzer nennt ihn einen „Vorbildathleten.“