Erstellt am 13. September 2015, 20:23

von Verena Bauer

Druckanstieg nach Brucker Beinahe-Sieg. Krems vergab gegen Aufsteiger Bruck zu viele Chancen und nimmt aus dem Match nur einen Punkt mit.

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KREMS – BRUCK 28:28. Was dieses Unentschieden für die beiden Klubs bedeutet, wurde nach der Schlusssirene klar: Während die Brucker Bullen johlend im Kreis hüpften, um den ersten HLA-Punkt zu feiern, ließen die Kremser die Köpfe hängen. Anstatt des leichten Siegs gegen den Aufsteiger hätte es fast eine peinliche Niederlage gesetzt: Nachdem Michal Shejbal in der letzten Minute noch einen Angriff der Brucker abgewehrt hatte, rettete die Schlusssirene die Kremser vor dem Nachschuss.

„Das war vollkommen unnötig“, meldete Coach Ivo Belas nach einem ernsten Gespräch mit dem Team in der Kabine. „Wir waren eindeutig die bessere Mannschaft und haben mit Glück ein Remis geschafft. Nach dem Linz-Sieg war ich erleichtert. Jetzt ist Bruck unser neues Linz.“

Nach dem Anpfiff schienen die „Bullen“ mit dem Kremser Tempo nichts anfangen zu können. Krems zog mit schnellen Gegenstößen davon, während Brucks „Hauruck-Handball“ kaum Früchte trug. Coach Milan Vunjak tigerte in den ersten Minuten bereits mit der Time-out-Karte vor der Bank auf und ab, ehe er sie in Minute elf zückte und etwas Ruhe ins Spiel seiner Truppe brachte. Rot-gelb baute den Vorsprung bis zur Pausensirene weiter aus – fiel aber bereits in die Muster, die sich für den UHK in Halbzeit zwei problematisch erweisen sollten. Chancen gab es zwar – vor allem im Gegenstoß – beinahe wie Sand am Meer. Trotzdem pfefferten Tobias Schopf und Co das Leder oft am Tor vorbei oder direkt in die wartenden Arme von Goalie Luka Marinovic.

Krems stellt sich selbst ein Bein

In Halbzeit zwei schmolz der Vorsprung dahin: Deni Gasperov – übrigens selbst ein ehemaliger Kremser – und seine Kollegen verkürzten und diesmal ließ Belas nach zehn Minuten die Time-out-Karte fallen. Technische Fehler, Nervosität und ein erfolgloses Überzahlspiel machten die Vunjak-Mannschaft stark. „Wir gehen als Verlierer aus einer 6:4-Überzahl heraus – das übe ich im Training nicht einmal“, empört sich Belas. „Insgesamt waren wir in der Defensive stark, das bringt nur nichts, wenn man vorne keine Tore macht.“ Co Werner Lint stößt in das gleiche Horn: „Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen, den Brucker Tormann warm geschossen.“ Statt eines freien Wochenendes verordnete Belas seiner Mannschaft nun zwei Straftrainings. „Jetzt wird gelaufen“, so Belas.