Erstellt am 06. Oktober 2015, 00:22

von Verena Bauer

Eine Zehnerschleife als Mitbringsel. Kopflose Kremser verspielten die Halbzeitführung und verabschiedeten sich mit einer Pleite aus dem Harder Hexenkessel.

Tobias Schopf, Kapitän des Moser Medical UHK Krems, wurde nach dem Match gegen die »Roten Teufel« in Hard zum »Man of the Match« gewählt. Sein Pendant seitens der Vorarlberger war Keeper Martin Kalischnig.  |  NOEN, Foto: Bauer

Dabei konnte die Truppe von Ivo Belas die Heimmannschaft über die ersten dreißig Minuten fordern: Eine kompakte 6:0-Abwehr und flinke Angriffe von den Flügeln und von Sebastian Feichtinger besorgten zur Pause eine 15:13-Führung im „Hexenkessel“. Hard hingegen schien anfänglich noch an der Derby-Niederlage gegen Bregenz aus der Vorwoche zu kiefeln und fand nicht sofort seinen Tritt.

Die üblichen Schwachpunkte schlichen sich schon hier ins rot-gelbe Spiel ein: Fehlwürfe und technische Fehler sowie ein holpriges Überzahlspiel. „Wir hätten nach der ersten Halbzeit noch höher führen müssen“, meint Coach Ivo Belas. Einer der Knackpunkte des Matches spielte sich in Minute 27 ab: Der rechte Flügel der Harder, Michael Knauth, wurde nach einem Foul an Christoph Neuhold disqualifiziert. „Dann ging der Druck auf die Referees los, seitens des Trainers und Managers von Hard, aber vor allem von der Tribüne“, erzählt Belas.

Harder überrollten hektische Kremser

Unter dem Druck zerbrachen aber die Kremser. Roland Schlinger und Marko Tanaskovic zündeten den Turbo. Nach dem Ausgleich in Minute 34 zogen die Burger-Sieben davon, während die Kremser mit überhasteten Aktionen beinahe über zehn Minuten kein Tor erzielten. Der Stand in Minute 44: 24:17. Martin Kalischnig, der als Ersatz für Hard-Goalie Golub Doknic (Muskeleinriss im Unterarm) engagiert wurde, bremste mit seinen Paraden die Wachauer weiter aus. Ein Kremser, der auf sich aufmerksam machte, war Gerald Zeiner als Spielmacher in den Reihen der Vorarlberger. Er brachte vier von fünf Siebenmeterversuche unter.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit total den Faden verloren“, ärgert sich Belas. „Gleichzeitig finde ich, dass die Mannschaft bis zur 40. Minute ein tolles Match gespielt hat. Wir haben super gekämpft, und dann ging wieder alles in die Hose.“ UHK-Obmann Josef Nussbaum nimmt die Niederlage überaus ernst. „Jetzt ist Schluss mit lustig. Man kann in Hard verlieren – mich ärgert die Höhe und die desolate Leistung in der zweiten Hälfte. Wir sind kein Abstiegskandidat; so kann man sich nicht präsentieren.“