Erstellt am 28. September 2015, 08:45

von Verena Bauer

Fivers behaupten sich als Favoriten. Die Fivers präsentierten sich in Krems flott, während ein Überzahlspiel für die Gastgeber zum Stolperstein wurde.

Im Angriff: Andras Boszo, der von Absteiger St. Pölten wieder nach Krems wechselte, trifft hier auf Tobias Wagner.  |  NOEN, Verena Bauer

KREMS – FIVERS 37:31. Der Kremser Start in das Schlagerspiel gegen den Erzrivalen aus der Hollgasse war symptomatisch: Im ersten Angriff scheiterten Mitkov, Neuhold und Feichtinger am überragenden Fivers-Goalie Kristian Pilipovic. Kaum bekam David Brandfellner das Leder in die Hand, pfefferte er es mit Schmackes in den Kasten von Michal Shejbal.

Der Knackpunkt der Partie: Die Fivers mussten mit einer Zwei-Minuten-Strafe für Tomas Eitutis zwar einen Mann abgeben, zogen in der Unterzahl aber mit drei Treffern davon. „Der frühe Rückstand war spielentscheidend“, glaubt UHK-Obmann Josef Nussbaum. „Dem sind wir die ganze Zeit nachgelaufen.“ „Wir haben uns im Training auf Überzahlsituationen vorbereitet und agieren dann doch zu statisch“, kritisiert UHK-Coach Ivo Belas.

Die zweite Schwachstelle lässt sich in der Abwehr der Wiener Flügel lokalisieren, die von Nikola Bylik ständig mit Bällen versorgt wurden. „Ich habe die Defensive zwar auf die Flügel eingestellt, doch auch das hat nicht geklappt. Wir haben viel riskiert, wenig ist aufgegangen“, meint Belas. Gepaart mit überhasteten Versuchen im Abschlussverabschiedeten sich die Teams mit einem Halbzeitstand von 13:18 in die Kabinen.

Hoffnungsschimmer in Halbzeit zwei

Belas stellte die Deckung auf 3:2:1 um, doch die Fivers ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Tobias Schopf und Co verkürzten den Rückstand in der Schlussphase auf drei Tore. Peter Eckl reagierte darauf mit einem Time-out, und Vytautas Ziura erstickte die heimischen Ambitionen im Keim. Die Fivers hatten wieder Oberwasser und piesackten Rot-Gelb mit einigen gewagten Aktionen – etwa einem Flieger von Kreisläufer Nikola Aljetic nach einem Pass über den Kreis vom Flügel.

„Es hätte ein Handballfest werden müssen, aber selbst in Krems flaut nach vergebenen Big Points das Interesse ab“, bedauert Nussbaum. „Ehrlich gesagt: Die Fivers sind sehr gut und haben sich den Sieg verdient.“ Belas zeigt sich fair. „Wir haben einfach nie so einen starken Zug aufs Tor gehabt wie die Fivers. Aber ich bin zufriedener als nach dem Remis gegen Bruck, die Mannschaft hat sich bis zum Ende durchgekämpft, viel Einsatz gezeigt – oft haben wir da nicht kapituliert. Aber vieles, das mich im Vorjahr geärgert hat, ist besser, vor allem die Beweglichkeit der Deckung.“