Erstellt am 28. Juni 2016, 06:30

Hammer: „Wadlbeißerei ist im Verband Fremdwort“. Beim Verbandstag in Stockerau wurde Johannes Hammer zum Präsidenten des NÖ Handballverbands bestellt.

Amtsübergabe. Robert Rosner (l.), in seiner aktiven Zeit Handballer in Eggenburg, übergibt das Präsidentenamt des NÖHV an den Rehberger Johannes Hammer.
 
 |  Hammer

NÖN: Im Gegensatz zum blau-gelben Fußballverband ging die Amtsübergabe bei den Handballern ohne großes Aufsehen über die Bühne. Von internen Machtkämpfen also keine Rede?

Hammer: Das kann man so sagen. Da gab es im Vorfeld keine Waldbeißerei. Der neue Vorstand wurde einstimmig bestätigt, der Grundstein zum Wechsel an der Spitze schon vor einem Jahr gelegt, als mein Vorgänger Robert Rosner nach 27 Jahren den Rückzug ankündigte.

Als Chef der Technischen Kommission waren Sie für Meisterschaftsbetrieb, Schulsport, Regel- und Schiedsrichterwesen verantwortlich. In Ihrer neuen Funktion betreten Sie nicht völliges Neuland.

Hammer: Bereits in den Monaten zuvor wurden die personellen Weichen neu gestellt. Mein Nachfolger als TK-Chef, Steven Gibson, ist gleichzeitig Präsident der WHA (Women Handballleague Austria), also das Pendant zu Boris Nemšić bei den Männern.

Werden Sie Ihre Funktionen im ÖHB, wo sie Vizepräsident sind, und beim UHK Krems als Obmann-Stellvertreter weiter behalten?

Hammer: Natürlich nicht. Beim UHK habe ich meine Funktion bereits ruhend gestellt. Im Herbst gibt es ohnehin eine Generalversammlung. Beim ÖHB folgt mir Conny Wilczynski nach.

Was sehen Sie als Ihre neuen Hauptaufgaben?

Hammer: Ich trage die Verantwortung für alle NÖ Vereine, sehe mich als Schnittstelle zum Land und versuche, unsere Interessen bestens im ÖHB zu vertreten.

Haben Sie in der ersten Funk tionsperiode eine spezielle Vision für den NÖ-Handball?

Hammer: Ich will mit meinem Team Rahmenbedingungen schaffen, die einen Zuwachs der Aktiven im Handballsport gewährleisten.

In Niederösterreich spielt – im Gegensatz zu den 80er und 90er Jahren – nur noch der UHK in der höchsten Spielklasse. Ist eine Renaissance dieser Zeiten in absehbarer Zeit möglich?

Hammer: Der Verband kann die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Vereinsarbeit schaffen, ist aber nicht für die Budgetierung der Vereine zuständig. Daher ist es umso wichtiger, in Zukunft noch mehr in den eigenen Nachwuchs zu investieren, zumal es stets schwieriger wird, potente Sponsoren für den Handball zu gewinnen.