Erstellt am 18. Oktober 2016, 11:22

von Verena Bauer

Krems knöpft Schwaz zwei Punkte ab. Krems fügt Überflieger Schwaz mit einer kämpferischen Topleistung die erste Saisonniederlage zu.

Cornelia Grotte

KREMS – SCHWAZ 29:26.

„Wir haben den Schwazer Rückraum halbwegs unter Kontrolle gebracht – der Schlüssel zum Erfolg lag in der Deckungsarbeit“, fasste UHK Coach Herbert Lastowitza zusammen.

Die Kremser erwischten gegen die Tiroler den besseren Start und gingen bis Minute 14 bereits 8:4 in Führung. Für starken Rückhalt im Tor sorgte Gregory Musel, der in der ganzen Partie 14 Paraden lieferte. „Er war nach dem Abgang von Michal Shejbal 100-prozentig die beste Option für den UHK, und das hat er auch gezeigt“, lobt ihn Lastowitza. „Gregory ist ruhig und fokussiert, jemand, der auf einer exponierten Position als guter Teamplayer spielt.“

Dementsprechend verteidigten die Gastgeber die Führung und gingen mit drei Toren Vorsprung in die Halbzeitpause. Schwaz ließ aber auch in der zweiten Hälfte nicht vom Sturm auf das Wachauer Tor ab – vor allem der deutsche Hüne Michael Nicolaisen sorgte für Probleme, während Rückraumbomber Anton Prakapenia offensichtlich noch grippegeschwächt agierte.

UHK sorgt selbst für Nervenkitzel

Zwei Knackpunkte der Partie waren eine Kremser Eigenkreation: Tobias Schopf versemmelte zwei Siebenmeterwürfe in Folge, was sein Team locker wegsteckte. Dass es mehrere Möglichkeiten gibt, beim Handball Rot zu sehen, bewies Schwaz-Trainer Raúl Alonso. Der gebürtige Spanier, den schon eine Fehlfunktion der Anzeigetafel zu Anfang der zweiten Halbzeit auf die Palme gebracht hatte, konnte einige Schiedsrichterentscheidungen nicht unkommentiert lassen. Quittiert wurden seine Gefühlsausbrüche mit zwei Minuten für die Bank.

Kurz danach zückte das Duo Lajko/Seidler wieder die Karte: Diesmal die rote für Sebastian Feichtinger (Minute 49), dem die dritte Zweiminutenstrafe zum Verhängnis wurde. Er stapfte ungehalten in Richtung Kabinengang, Aron Tomann und Marko Simek sprangen aber für ihn in die Bresche und neutralisierten auf 27:21. In den letzten zehn Minuten wurde der Kräfteschwund der kurzen Kremser Bank deutlich, und Schwaz witterte eine Chance. Fabian Posch verwertete aber einen Abpraller zum 28:24 und sicherte die Kremser Führung – genauso wie Vlatko Mitkov mit Tor Nr. 29 – bis zur Schlusssirene ab. „Mit Sicherheit die beste Saisonleistung“, war Obmann Josef Nussbaum begeistert.