Erstellt am 28. September 2015, 08:47

von Florian Braunauer

Abendvorstellung als finaler Cup-Akt. Gegen Tiroler wacker geschlagen: Nach 120 Minuten geht das Abenteuer ÖFB-Cup für den Kremser SC zu Ende.

Simon Temper war einer der auffälligsten Kremser, die Tiroler hatten so ihre Probleme mit dem jungen Flügelspieler.  |  NOEN, Horst Sommer

KREMS – INNSBRUCK 3:5 n.V. Die Neuauflage des Cupfinales von 1988 versprach eine spannende Partie: Die Kremser, die zuletzt gut in Form gekommen waren, trafen auf Wacker Innsbruck, den Tabellenführer der Ersten Liga.

Mit dem Anpfiff peitschten 2.000 Kremser ihre Truppe an, diesen Rückenwind konnten die Heimischen prompt ummünzen: Nach einem Gestocher am gegnerischen Sechzehner staubte der Kapitän höchstpersönlich ab - neuer Spielstand: 1:0. Wer glaubte, dass Innsbruck aufgedreht hätte, der irrt: Wacker avancierte in Hälfte eins bestenfalls zum Statisten. So führte Stefan Kogler seine Truppe mit einer hochverdienten Pausenführung in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel zollten die Heimischen dem hohen Anfangstempo Tribut, was auch Wacker bemerkte. In der 51. Minute dann der Paukenschlag: Referee Schüttengruber zeigte auf den Punkt – Strafstoß für Innsbruck. Simon Temper, der seine Gegenspieler auf der linken Außenbahn schwindlig spielte, hatte seinen Gegenspieler zu Fall gebracht. Den Strafstoß verwertete Christoph Freitag - Krems wurde unruhiger.

Wenig später klingelte es ein zweites Mal im Kasten von Markus Posch. Er hatte einen scharfen Schuss noch abwehren können, von Daniel Bayer prallte das Leder aber unglücklich ins eigene Tor. Jetzt waren die Kremser gefragt – für die Antwort brauchten sie nur gut zehn Minuten: Als Miro Slavov im Strafraum zu Boden ging, gab Schüttengruber den zweiten Elfer der Partie. Diesen verwertete Christian Schragner souverän – und alles deutete auf Verlängerung hin. Diese kam auch, in der regulären Nachspielzeit sah Christoph Weber zuvor noch den roten Karton. Sein Einsteigen war zwar hart, eines Platzverweises aber nicht würdig.

So starteten Erwin Denk & Co dezimiert in weitere 30 Minuten. Nach elf Minuten führten die Tiroler Gäste jedoch bereits mit 4:2 – die Sache schien gegessen. Dann sah Alexander Riemann aber Gelb-Rot - die Kremser Unterzahl war dahin. Joker Patrick Hackl revanchierte sich wenige Minuten danach bei Coach Kogler für seine Einwechslung und riss mit seinem Treffer die Kremser Fans von ihren Sitzen. Die Schlussphase war enorm hitzig, Lukas Marschall hatte sogar den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an seinen Nerven. Mittendrin in einer Unzahl an Kremser Chancen tauchten nach einem Abspielfehler von Daniel Bayer zwei Innsbrucker vor Markus Posch auf, der machtlos war. So beendete Schiedsrichter Schüttengruber die Partie beim Stand von 3:5 und bereitete dem Kremser Cup-Abenteuer ein Ende.

Stefan Kogler war mit der Partie nicht unzufrieden: „Innsbruck ist eine Profimannschaft, das hat sich bei der Chancenauswertung gezeigt. Meine Jungs haben eine gute Partie geboten und sich so teuer wie möglich verkauft.“