Erstellt am 03. Mai 2016, 05:54

von NÖN Redaktion

Schockstarre nach dem Heim-Desaster. Kampfstarke Steirer nützten mentale und physische Schwächen der Kremser zum ersten Big Point im Viertelfinale.

 |  NOEN, Horst Sommer 3550 Langenloi

Nach der Heimschlappe zum Viertelfinalauftakt droht dem UHK Krems morgen, Mittwoch, das vorzeitige Saison-Aus. Was lief schief gegen ein Team, daszuletzt als gern gesehener Gast und verlässlicher Punktelieferant galt?

  • Die Schützlinge von Ivica Belas wirkten nach dem stressigen Cup-Final-Four, das in einer klaren Niederlage im Finale gegen die Fivers endete, körperlich wie auch mental ausgebrannt. Die Steirer, die mit einem stimmkräftigen Anhang im Rücken angereist waren, wirkten im Gegensatz dazu entschlossen und motiviert.

 

  • Symptomatisch für die Verfassung der Gastgeber: das Formtief von Vlatko Mitkov. Durch das aufreibende Play-off, seinen Einsatz im mazedonischen Nationalteam und das Final Four scheint der Kontakt des bald 35-jährigen mit seiner Torgefährlichkeit abgerissen zu sein.

 

  • Ein weiteres Manko der gesamten Saison kam auch in dieser Schnittpartie zum Tragen: Auf der rot-gelben Ersatzbank sitzt kein Joker, der entscheidende Impulse setzen kann, wenn der UHK-Motor auf dem Parkett einmal ins Stottern gerät.

 

  • Leoben war von Trainerfuchs Roman Magelinskas perfekt auf den Gegner, der sein Offensivspiel einmal mehr viel zu mittig angelegt hatte, eingestellt. Ballverluste von Neuhold & Co wurden eiskalt zu Score-Erfolgen im Konter genützt.

 

  • Während Gregory Musel mit Glanzparaden im Leobener Gehäuse zu einer tragenden Säule der Obersteirer mutierte, durften sowohl Michal Shejbal als auch Florian Deifl in der entscheidenden Phase hauptsächlich die Bälle aus dem Netz fischen.

 

  • Den ersten klassischen Kreistreffer der Heimischen erzielte Domagoj Surac erst in der 50. Minute, während „Leichtgewicht“ Andreas Schwarz auf der Gegenseite zum zweiterfolgreichsten Leobner Torschützen mutierte.
 
Dabei hatte das Duell vielversprechend mit einer Kremser 3:0-Führung begonnen. Der gelungene Auftakt wurde aber rasch durch technische Fehler und Fehlwürfe aus der Hand gegeben. Schwacher Trost: Auch Meister Hard schrammte gegen Schwaz knapp an einer Blamage vorbei. Nach einem Zwei-Tore-Rückstand setzten sich die Vorarlberger im Finish noch mit 26:25 durch. Dabei wurde den Gästen in der Schlussphase ein klarer Strafwurf nicht zugesprochen, der auch noch zu einer Verlängerung hätte führen können.