Erstellt am 24. November 2015, 06:03

von Nikolaus Frings

Slavov-Deal wurde in Sauna eingefädelt. Friedrich Spindelberger über seinen Rücktritt als Präsident des Kremser SC und Anekdoten aus seiner Amtszeit.

Über Nacht zum Star. Seit der Winterpause im Jahr 2013/14 spielt Miroslav Slavov nun schon für die Kremser. Erste Kontakte zum KSC gab es nach einem Sauna-Gespräch.  |  NOEN, Sommer

NÖN: Was waren Ihre Beweggründe für den Rücktritt beim Kremser SC?
Friedrich Spindelberger: Wenn es am Schönsten ist soll man bekanntlich ja aufhören. Der Verein steht sowohl sportlich, als auch finanziell wieder gut dar. Ich sehe meine Aufgabe als erfüllt an und freue mich darauf jetzt wieder andere Dinge anpacken zu können.

Bis zur Wahl eines neuen Präsidenten im Jänner wird der Verein nun von einem Dreigespann angeführt. Welches Anforderungsprofil sollte der neue Präsident erfüllen?
Othmar Seidl, Alfred Schubrig und Gerhard Liegl werden die Geschicke des Vereins bis auf Weiteres leiten. Alle drei waren maßgeblich an der jüngeren KSC-Erfolgsgeschichte beteiligt und bilden somit die perfekte Übergangslösung. Der neue Präsident muss zweifellos jemand sein der mit Hingabe bei der Sache ist, aber auch über ein gewisses Know-How im sportlichen Bereich verfügt. Ich halte sowohl eine externe, aber auch eine interne Lösung für möglich. Kronprinzen habe ich mit Sicherheit aber keinen auserkoren.

In Ihrer Ära gelang es ihnen neben großen Sponsoren aber auch noch sportliche Hochkaräter wie Frenkie Schinkels, Miroslav Slavov und Christian Schragner zum KSC zu lotsen. An welche Vertragsverhandlungen denken sie besonders gerne zurück?
Zweifellos waren die Verhandlungen mit Miroslav Slavov am amüsantesten. Bei meiner Weltreise im Jahr 2012 habe ich einen Freund gefunden, der zufällig mit Slavov im gleichen Fitnesscenter trainierte. Bei einem Gespräch in der Sauna unterhielten sie sich dann einmal über Fußball. Mein Freund erzählte Slavov dann vom KSC und mir wiederum von Slavov. Ohne großartig darüber nachzudenken und sportlich ins Detail zu gehen, vereinbarte ich einen Termin für ein Probetraining. Wenige Tage später geigte Miro im Sepp-Doll Stadion auf und reifte in Krems über Nacht zum Star.

Bereits im letzten Jahr kratzten Slavov und Co. am Double. Holen die Kremser dieses Jahr den Meistertitel?
Davon bin ich felsenfest überzeugt. Letzte Saison waren wir tatsächlich sehr nahe dran, der Weggang von Frenkie Schinkels und die gut besetzte Ebreichsdorfer Truppe machten uns aber einen Strich durch die Rechnung. Im Sport wächst man aber mit der Herausforderung und diese Saison ist die Qualität in der Liga gestiegen. Zudem macht Stefan Kogler einen super Job. Er hat einen guten Zugriff auf die Truppe.