Erstellt am 23. August 2016, 04:35

von Stefan Berndl

René Hofer: „Es war eine große Ehre“. René Hofer ist seit kurzem EM- und WM-Sieger. Und das mit erst 14 Jahren. Angst vor möglichen Verletzungen hat der Pilot des MSC Imbach bei seinen Rennen nicht.

Schnell unterwegs. René Hofer gehört, obwohl erst 14 Jahre alt, schon zu
Österreichs besten Motocrossern. Einen EM- und WM-Titel hat er zwar schon, die Ziele gehen ihm aber dennoch nicht aus.
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Vor knapp einem Monat kürte er sich im tschechischen Loket zum Europameister der 85ccm-Klasse. Mit zwei Siegen im Finale. Und nun setzte René Hofer noch einen drauf. Mit dem Weltmeistertitel in Russland. Er ist der erste österreichische WM-Sieger im Motocross nach Heinz Kinigadner und Matthias Walkner. Und das alles mit gerade einmal 14 Jahren. Der Oberösterreicher im Dienste des MSC Imbach gehört schon jetzt zu Österreichs besten Motocross-Piloten.

NÖN: Mit welchen Erwartungen bist du in die WM gestartet? Wie war es, dort zu fahren?

Hofer: Ich wusste, dass ich gut drauf bin. Ich habe mir zwar schon den Weltmeistertitel zum Ziel gesetzt, aber nach dem Europameistertitel wäre das nur noch eine Draufgabe gewesen. Es war richtig cool, dort zu fahren, bei einer WM mit dabei zu sein ist eine große Ehre. Es hat sich gut angefühlt, Österreich zu repräsentieren.

Wie bist du damals zum Motocross gekommen?

Hofer: Mein Vater ist früher schon Motocross gefahren, und mit 3,5 Jahren bin ich schon auf so einem kleinen Moped gesessen. Da sind wir dann im Garten ein wenig herumgefahren. Und so hat sich das immer weiterentwickelt. Ich wusste auch relativ schnell, dass das mein Sport ist.

Was macht das Motocrossfahren so besonders?

Hofer: Auf jeden Fall einmal das Duell Mann gegen Mann. Und dass es ein enormer Adrenalinschub ist, wenn man in der Gegend herumspringen und mit einem richtigen Speed fahren kann. Und das taugt mir.

Machst du dir irgendwann Sorgen über eine mögliche Verletzung? Motocross ist ja kein ungefährlicher Sport.

Hofer: Nein, eigentlich nicht. Angst ist nicht da, und ich war bisher auch nie wirklich oft verletzt. Einmal habe ich mir den Oberarm gebrochen, aber sonst war noch nichts Schlimmes. Es ist immer eine neue Herausforderung, aber an Verletzungen denkt man da eigentlich gar nicht.

Wie läuft das Training bei dir ab? Wie viel Zeit investierst du?

Hofer: Fitnesstraining steht von Dienstag bis Donnerstag an, und am Wochenende finden dann die Rennen statt. Im Winter sind sechs der sieben Wochentage mit Fitnesseinheiten belegt. Da ich auf ein Sportgymnasium gehe (Georg-von-Peuerbach-Gymnasium in Linz), lässt sich das alles auch mit der Schule vereinbaren. Wenn ich einmal frei brauche, weil es eine längere Reise ist, dann geht das auch.

Da du ja in Oberösterreich zuhause bist und auch dort zur Schule gehst: Wie bist du dann zum MSC Imbach gekommen?

Hofer: Der Verein ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich Interesse daran hätte, für Imbach zu fahren. Und Robert Jonas, mein Teamchef, ist auch schon für den MSC Imbach gefahren. Mir gefällt der Verein auch wirklich gut, da arbeiten super Leute. Es freut mich, dass ich für sie fahren kann.

Wie oft bist du dann wirklich auch in Imbach vor Ort?

Hofer: Ich bin schon öfter dort trainieren, und ich wurde nach meinem Europameistertitel auch eingeladen, um mit dem Verein gemeinsam zu feiern. Ich würde sagen, dass wir schon fünf bis sechs Mal im Jahr in Imbach sind.

Was sind die größten Herausforderungen, mit denen du auf dem Motorrad zu kämpfen hast?

Hofer: Motocross ist eine ziemliche Mental-Sportart. Man muss mental sehr stark sein. Da wird auch viel dafür trainiert. Mentaltraining gibt es auch. Aber natürlich macht auch die Technik viel aus.

Wie sehen die nächsten Ziele aus für dich? Auch längerfristig?

Hofer: Also in den nächsten zwei Jahren wollen wir die 125ccm-Europameisterschaft fahren. Und das wird nächstes Jahr natürlich eine große Herausforderung. Das ist die nächsthöhere Klasse, die geht bis 17 Jahre. Da heißt es mal gut reinfinden. Ein Top-Ten-Resultat wäre da schon super. Und in zwei Jahren wird dann auch da wieder voll angegriffen.

Wie schnell gewöhnt man sich an diesen Umstieg auf eine schwerere und schnellere Maschine?

Hofer: Bei mir ging das relativ schnell. Ich habe schon letztes Jahr im Winter begonnen, auf der 125er zu fahren, und bin auch schon dieses Jahr in dieser Klasse gefahren. Etwa bei den österreichischen Meisterschaften. Die 85er bin ich nur international gefahren. Aber bei mir ist das relativ schnell gegangen, dass ich mich umstelle.

Als Nächstes bist du dann auch in Stuttgart im Einsatz, du kommst also ziemlich herum.

Hofer: Ja, das stimmt, ich bin quasi jedes Wochenende unterwegs. Aber das geht schon länger so, daran gewöhnt man sich mit der Zeit.