Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:08

von Claus Stumpfer

"Keine Ausnahme für Sportvereine". Nicht nur Gastrobetriebe werden ab 1. Jänner verstärkt zur Kasse gebeten – auch die Vereine trifft's.

Leopold Dirnegger gesteht, derzeit schlaflose Nächte zu haben. Der Vizepräsident des NÖ Fußballverbands und Notar im Hauptberuf hat die Aufgabe übertragen bekommen, die Fußballvereine in Sachen Registrierkassenpflicht zu beraten. Aufgrund der Steuerreform 2015 und der vom Bundesminister für Finanzen erlassenen Barbewegungsverordnung gilt die Registrierkassenpflicht per 1. Januar 2016 auch für Sportvereine, die mit ihrer Kantine 15.000 Euro Umsatz machen.

Für Dirnegger ist diese ein Anschlag auf hunderte Vereine und deren ehrenamtliche Funktionäre. „Sie ist ein Bürokratiemonster, das den Sport tyrannisiert“, erklärt er, dass gemäß den Vorschriften ein Verein nicht nur eine Registrierkasse benötigt. „Er muss eine solche für jede noch so kleine Ausschankhütte am Sportplatz anschaffen – mit Kosten von tausenden Euro und einem erheblichen Zusatzaufwand.“ Laut Dirnegger werden so Funktionäre kriminalisiert und gerade jene Vereine bestraft, die tolle Nachwuchsarbeit leisten: „Die Registrierkassenpflicht gilt nämlich nicht nur für Matches der Kampfmannschaft, sondern insbesondere auch für den gesamten Spiel- und Trainingsbetrieb im Nachwuchs. Jeder Kaugummi muss registriert werden.“

Bis auf Türnitz sind alle Vereine skeptisch

Auch Hainfelds Obmann beklagt die neue Schikane: „Mit der Registrierkasse macht man uns das Leben noch schwerer.“ Er fügt aber auch hinzu: „Noch mehr Sorge als die Registrierkasse macht mir der allgemeine Zuschauerschwund im Amateurfußball!“

Bei der SU in St. Veit hat man sich mit dem Thema zwar „noch nicht konkret befasst“, hofft aber noch auf Änderungen. „Die Grenze muss auf 30.000 Euro hinaufgesetzt werden, andernfalls wird das sehr schwierig“, beteuert Finanzchef Josef Zauner, dass in St. Veit nur ehrenamtliche Helfer in der Kantine stehen.

Auf die Fristverlängerung baut Lilienfelds Obmann Gernot Edy. „Meines Wissens wurde die für Vereine bis Juni verlängert“, will er den SCL. aber trotzdem ab Beginn der neuen Saison im März mit einer Registrierkassa ausrüsten. „Wir stehen der Sache positiv gegenüber, müssen uns aber noch beraten lassen, welches Gerät wir dann konkret anschaffen werden, damit es 2017 aufrüstbar sein wird.“

Auch in Traisen ist die Registrierkasse gerade das große Thema. „Momentan werden gerade sämtliche Möglichkeiten sondiert, wie wir unser Kantinenleben in Zukunft händeln werden, erklärt Trainer Martin Simader.

„Der Gesetzgeber macht es kleinen Gewerbebetrieben und Vereinen besonders schwer“, beklagt Hohenbergs Obmann Johann Sturm die wesentliche Verschlechterung für den Verein. „Wir zahlen sowieso seit Jahren Umsatzsteuer und Gewinnsteuer, jetzt kommt der nächste Aufwand. Die Strafen sind natürlich auch sehr hoch, das wurde so geschaffen, damit das Gesetz auf jeden Fall durchgesetzt wird.“

Kein Problem sieht man hingegen in Türnitz. „Ich finde es positiv und habe grundsätzlich keine Bedenken gegen die Registrierkassenpflicht“, erwartet sich Obmann-Stellvertreter Franz Auer jun sogar einen besseren Überblick über die Finanzen. Aber auch er weiß: „Ob wir dann auch noch Zusatzveranstaltungen abhalten können, das ist noch nicht geklärt.“

In St. Aegyd muss sich der eben erst neu gewählte Vorstand damit erst befassen.