Erstellt am 24. November 2015, 04:08

von Bernhard Schiesser

Digruber: „Will regelmäßig in die Top-Ten fahren“. Marc Digruber (27) setzt sich vor der neuen Saison hohe Ziele. Der Mitterbacher will die Weltcup-Slalom-Elite aufmischen.

Neuer Anlauf. Der Mitterbacher Marc Digruber will erneut im Weltcup Fuß fassen. Foto: APA  |  NOEN, EXPA/JOHANN GRODER (APA)

NÖN: Am 13. Dezember steigt der erste Slalom der Weltcupsaison in Val d‘Isere. Mit Marc Digruber?
Marc Digruber: Sofern ich mir bis dahin nicht wehtue ganz sicher. Ich bin gut in Form und rechne fix mit einer Nominierung für die Weltcupmannschaft. Davor geht‘s aber noch zu zwei Europacuprennen nach Norwegen.

Weltcup und Marc Digruber – das passte bisher noch nicht. Warum konnten Sie sich bislang in der Elite nicht durchsetzen?
Das hat mehrere Gründe. Ein Hauptgrund war bisher sicher die hohe Startnummer. Im Vorjahr bin ich im Weltcup mit Nummer 70 über die Piste gerumpelt, da ist es dann schwierig. In Wahrheit hat es dann immer geheißen: Hopp oder Drop. Ich musste volles Risiko gehen, um den zweiten Durchgang zu sehen und das hat dann oft nicht geklappt. Natürlich ist die Leistungsdichte im Weltcup eine andere. Dort ist die Luft eben dünner.

Warum soll sich das in diesem Winter ändern?
Ich habe mich mit konstant guten Leistungen in den Europacuprennen in der Weltrangliste nach vorne geschoben. Jetzt sollte sich eine Startnummer zwischen 35 und 40 ausgehen. Da kann man dann schon anders attackieren.

Viele meinen, für Marc Digruber sei der Zug Richtung Weltelite abgefahren. Was antworten Sie?
Dass ich das ganz und gar nicht so sehe. Ausnahmeerscheinungen wie Marcel Hirscher, Alexis Pinturault oder Henrik Kristoffersen ausgenommen, werden Slalomfahrer meistens erst mit Mitte, Ende Zwanzig richtig gut. Da bin ich altersmäßig gut dabei. Aber klar, jetzt wird‘s dann Zeit, dass ich durchstarte.

Ihr Ziel für die Weltcupsaison?
Minimalziel sind sicher Weltcuppunkte. Eigentlich will ich aber regelmäßig in die Top 15 und in die Top 10 fahren. Ich habe das Zeug dazu. Ich bin noch nie so gut dagestanden, wie vor dieser Saison.

Sie haben vor kurzem das Material gewechselt. Vor- oder Nachteil?
Hoffentlich ein Vorteil. Das Material und vor allem die Abstimmung ist für uns Slalomfahrer von entscheidender Bedeutung. Ich fahre jetzt mit Atomic und habe ein sehr gutes Gefühl. Ich habe in meiner Karriere aus diversen Gründen schon öfter das Material wechseln müssen. Auch dabei entwickelt man eine gewisse Routine. Mittlerweile habe ich genug Erfahrung und ich bekomme die Material-Abstimmung sehr gut hin.


Zur Person:

Name: Marc Digruber.
Geburtstag: 29. April 1988.
Freundin: Jacqueline.
Hobbys: Tennis, Fußball, Golf, Wandern.
Ausbildung: SHS Lilienfeld, TZW Waidhofen/Ybbs.
Verein: Union Mitterbach
Ausrüster: Atomic (Ski, Schuhe, Bindung, Helm), Leki (Stöcke).
Erfolge Saison 2015/16: 3. und 6. Platz bei FIS-Slaloms auf dem Pass Thurn (14. und 15. November).
Beste Weltcupplatzierung:  17. bei Slalom in Bormio 2014.