Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:03

von Raimund Bauer

Viel Licht und Schatten. Der Kemmelbacher Jerome Liedtke kam bei der Amateur-Weltmeisterschaft in Ägypten in die K.o.-Phase und schnupperte in die große Snooker-Welt hinein. Der bisherige Höhepunkt in der Karriere des 25-jährigen Jerome Liedtke sieht wie folgt aus:

Volle Konzentration. Jerome Liedtke hat sich in der österreichischen Snookerszene innerhalb von sieben Jahren in die Top-Acht nach vor gekämpft. Der 25-Jährige fährt von 2. bis 10. November zur Amateur-Weltmeisterschaft nach Ägypten.  |  NOEN

Der Kemmelbacher ging bei der IBSF Amateur-Weltmeisterschaft in Hurghada Ägypten an den Start. Wie er dort hinkam? Liedtke befindet sich in der österreichischen Rangliste unter den Top-Ten-Spielern und wurde vom Verband für die Weltmeisterschaft nominiert. Mit zwei weiteren Akteuren trat er die Reise in das Urlaubsdomizil an.

„Bei der Ankunft in Hurghada reihte sich ein Hotel nach dem anderen. Die Stadt sieht wirklich wie aus dem Sand gestampft aus“, schilderte Liedtke seine ersten Eindrücke. Eingecheckt in einem fünf Sterne Hotel ließen die Akteure aber beim Anblick der Spielstätte die Mundwinkel nach unten sinken. Die Weltmeisterschaft wurde in einem riesigen Zelt gespielt, indem 18 Snookertische vorbereitet waren. „Wenn man am Vormittag oder zu Mittag spielte, kam man gehörig ins Schwitzen“, berichtete Liedtke.

Mit dieser Schikane freundete sich der Kemmelbacher aber schnell an. Sportlich wollte der 25-Jährige die Gruppenphase überstehen und dies gelang. Auch wenn dabei ein kleiner Nachgeschmack bleibt. Die besten vier jeder Gruppe stiegen auf. Da aber beim Kemmelbacher der Engländer Adam Duffy kurzfristig nicht anreiste und ein zweiter Akteur in der Gruppe nicht kam, waren die vier Spieler automatisch für die K.o.-Phase qualifiziert

„Das Turnier hat mir so viel gegeben und ich
hoffe, ich schaffe es nochmal zu einer WM.“
Jerome Liedtke

„Ich hatte nur drei Gruppenmatches und daher wenig Spielpraxis. Der automatische Aufstieg war für mich nur ein kleiner Trost“, bekräftigte Liedtke. In seinen drei Gruppenspielen setzte es zwei 1:4 bzw. eine 0:4-Niederlage. In der K.o.-Phase traf der Niederösterreicher dann auf Khalid Kamali aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Da spielte ich mein bestes Snooker“, freut sich Liedtke. Zweimal holte der Kemmelbacher einen Rückstand auf.

Das 3:2 schon vor Augen, verpatzte Liedtke ein schlecht gespieltes Save, die Führungschance und Kamali stellte seinerseits auf 3:2. Am Ende setzte sich sein Kontrahent 4:2 durch. Somit war Endstation in der Runde der letzten 88 (über 140 Teilnehmer). „Auch wenn es einige Kritikpunkte gab, hat mir das Turnier so viel gegeben und ich hoffe, ich schaffe es nochmals zu einer Weltmeisterschaft“, blickt Liedtke zufrieden auf die Woche in Ägypten zurück.