Erstellt am 29. Dezember 2015, 09:19

Von A wie Aufstieg bis Z wie Zielwasser. Der Bezirk Melk blickt auf ein erfolgreiches Sportjahr 2015 zurück. Meistertitel, Weltmeisterschaften und Staatstitel inklusive.

Münichreith gelingt nach einem Jahr in der 2. Klasse Yspertal der Wiederaufstieg in die 1. Klasse West. In dieser setzt sich überraschend der SV Gottsdorf mit Kapitän Ralph Krenn (kleines Foto v . l.), Trainer Markus Baumgartner und Sektionsleiter Robert Landstetter durch.  |  NOEN, Gerald Götsch, Patrick Reithner

Über sich hinausgewachsen

Über 200.000 Ausdauerathleten versuchen Jahr für Jahr, sich für die Triathlon-Weltmeisterschaft in Hawaii zu qualifizieren. Dem 50-jährigen Andreas Fuchs gelingt dieses Unterfangen gleich beim ersten Versuch. Der gebürtige Gollinger braucht beim Ironman Triathlon (3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen) in Barcelona 9:17 Stunden.

Das Resultat: Rang zwei in seiner Altersklasse und die damit verbundene Qualifikation für den Ironman Hawaii 2016. Vor dem Bewerb quälte sich der Ausdauerathlet in insgesamt 850 Trainingsstunden. „Ein Traum ist in Erfüllung gegangen“, erklärt Andreas Fuchs nach seinem Erfolg in Barcelona.
 

Mit Vollgas über den Wachauring

Für Motorsportfans bietet der Melker Wachauring jährlich Attraktionen. 4.000 Rallycrossfans lockt die Rallycross-Challenge Europe in die Bezirkshauptstadt. Für einen Sieg eines Lokalmatadors reicht es nicht, dafür landet Mitveranstalter und Rallycrosspilot Jürgen Weiß auf dem sechsten Rang in der Klasse „Supercar“.

Anders die Ausbeute bei den Piloten der Drift-Challenge. Beim Abschlussrennen in Melk feiern mit Mario Kranabeter, Günther Denk junior, Benjamin Klabutschar und Andreas Hipfl gleich vier Motorsportler des Kilber Teams GDrift-Performance einen Erfolg in der jeweiligen Gesamtwertung.
 

Stilvoll über das Wasser

Im Sommer verwandelt sich Marbach und Pöchlarn zum Wassersportmekka. Beim traditionellen Wakeboard-Event River Rumble zeigt sich der Ybbser Alexander Eplinger von seiner besten Seite. Der Mitfavorit auf den Sieg spult sein Programm ohne grobe Fehler herunter und lässt David und Philip Hofer hinter sich.

Nur zwei Wochen später dröhnen die Jet-Ski-Motoren in Pöchlarn. Beim neugestalteten Seebeben gibt sich auch der mehrmalige Weltmeister Kevin Reiterer die Ehre und gewinnt auch die Klasse „Pro/Am Ski Limited“. Veranstalter und Hausherr Daniel Lasselsberger mischt auch mit. In der Wertung „Runabout GP“ steht der Pöchlarner sogar mit Rang zwei auf dem Stockerl.
 

Aufstieg mit Nationalteam

Die European Games in Baku (Aserbaidschan) ist gleichzeitig die Team-Europameisterschaft der dritten Liga. Mit dabei auch der USKO Melk-Athlet Christian Steinhammer. Der 26-Jährige geht in der Disziplin 3.000 Meter Hürden an den Start. Bis zur Mitte des Rennens liegt der gebürtige St. Georgener in Front. Am Ende überholt ihn noch der Moldawier Nicolai Gorbusco und holt sich den Sieg in 8:9,83 Minuten.

„Mit ihm habe ich nicht gerechnet“, berichtet Steinhammer. Dennoch bedeutet der zweite Rang wichtige elf Punkte für das Nationalteam. Am Ende der Spiele rangiert die österreichische Auswahl auf dem zweiten Rang und das erklärte Ziel — Aufstieg — ist realisiert. Insgesamt stehen bei den European Games 6.000 Athleten aus 50 Nationen in 253 Bewerben am Start.
 

Zum Ursprung

Unter dem Motto „Reduce-2-dirt“ steht die vierte Auflage des „Wipfelbeisser“-Dirtruns rund um das Schloss Leiben. Den Ansturm auf das Event mit Unterhaltungswert bricht aber durch die zahlreichen Veränderungen und die Verschiebung vom Frühjahr-Termin auf den Herbst nicht ab.

Im Gegenteil: Die über 800 Teilnehmer bewältigen die Hindernisse (Mauer, Bach, Reifencontainer) über zwei Distanzen von vier beziehungsweise acht Kilometer. Bei den Herren ist Triathlet Thomas Gastecker vom HSV Melk über die acht Kilometer nicht zu bezwingen (1:04:11,39 Stunden). „Seit 20 Jahren laufe ich Triathlon. Da ist eine Abwechslung einmal spannend“, freut sich Thomas Gastecker.
 

Meisterehren

Gleich drei Titel landen im Sommer bei den Fußballteams aus dem Bezirk. Ein wenig überraschend sichert sich Gottsdorf den Aufstieg in die Gebietsliga West. Die Truppe von Coach Markus Baumgartner zeigt sich als starkes Kollektiv. Nach Anlaufschwierigkeiten in der höheren Liga hat sich Gottsdorf aber eine gute Ausgangslage für den Klassenerhalt geschaffen. Im Moment steht aber Nachbar Ybbs ungeschlagen an der Tabellenspitze der Gebietsliga und feiert den Herbstmeistertitel.

In der 1. Klasse West hat sich Münichreith nach dem Meistertitel in der 2. Klasse Yspertal wiedergefunden. Der Erfolgslauf aus der 2. Klasse hält aber nicht an. Die Waldviertler liegen abgeschlagen auf dem letzten Tabellenrang. Bei den Damen ist der SC Melk Meister der Gebietsliga Mostviertel. Auch in der neuen Saison gehen die Bezirkshauptstädterinnen wieder auf den Meister in der Gebietsliga los, da die Relegationsspiele um den Aufstieg in die Landesliga verloren wurden.

Berechtigte Titelchancen darf sich nach der abgelaufenen Herbstsaison auch der SV Pöchlarn machen. Die Talir-Truppe überwintert auf Rang eins in der 2. Klasse Alpenvorland.
 

Nächster Karrierehöhepunkt

Der Kemmelbacher Jerome Liedtke schnuppert in die große Snooker-Welt hinein. Der 25-Jährige tritt bei der Amateur-Weltmeisterschaft in Ägypten an. Nachdem Liedtke in der österreichischen Rangliste unter den Top-Ten-Akteuren liegt, nahm ihn der Snooker-Verband zur Weltmeisterschaft mit.

„Eine tolle Erfahrung für mich“, meint Jerome Liedtke. In Ägypten einmal klimatisiert, muss der Niederösterreicher zwar in der Gruppe drei Niederlagen einstecken, kommt aber dennoch in die K.-o.-Phase, da zwei Spieler in seiner Gruppe ausfallen. Dort ist aber gleich in der ersten Runde endgültig Endstation. Dennoch steht der 25-Jährige unter den besten 88 Akteuren der Weltmeisterschaft.
 

Landeselite zu Gast

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Tischtennisvereins Ybbs geht die alljährliche Niederösterreichische-Landesmeisterschaft im Tischtennis in der Halle des Freizeitzentrums Ybbs über die Bühne. In allen Altersklassen geben sich die niederösterreichischen Spitzenathleten die Klinke in die Hand.

Der Texingtaler Thomas Daxböck zeigt in der Einzelklasse mit 2150 (Elo-Punkte) auf. Er holt sich den Landesmeistertitel vor Radovan Debnar und Lukas Wenda. Ein wenig überrascht ist Organisator Michael Lindner vom Tischtennisverein Ybbs: „Wir haben viele Stunden in die Vorbereitungen investiert. Der Lohn ist die Zufriedenheit der Teilnehmer. Zudem haben wir nicht mit einer so großen Menge an Anmeldungen gerechnet.“
 

Staatstitel verteidigt

Der Rollstuhl-Tischtennis-Akteur Andreas Vevera sichert sich in Linz abermals den Staatsmeistertitel. Der Paralympics-Sieger von 2008 war auf der Gugl nicht zu schlagen. Der gebürtige Pögg- staller setzt sich im Finale gegen Teamkollegen vom BSV Weißer Hof Hans Ruep durch.

Im Doppel mit dem Vereinskollegen muss der 43-Jährige jedoch w. o. geben. Sein Rollstuhl hat einen Patschen. Dennoch reicht es für Bronze. Im Rollstuhltennis zeigt hingegen der Texingtaler Josef Riegler auf. Bei den Staatsmeisterschaften in St. Pölten verteidigt der 39-Jährige seinen Titel aus dem Vorjahr. Er setzt sich dabei im Finale gegen Martin Legner in drei Sätzen durch. Das Besondere: Sein Konkurrent hat seit 14 Jahren gegen keinen Österreicher verloren.
 

Klassenerhalt geschafft

Den Volleyball-Damen des UVF Melk gelingt trotz schwieriger Umstände der Erhalt der Klasse in der 1. Bundesliga. Zu Beginn der Saison ohne Trainer, kommt im Winter Jaroslav Bician und führt die ersatzgeschwächte Truppe auf den achten Tabellenrang. Auch in der neuen Saison steht der Klassenerhalt im Mittelpunkt. Nach zahlreichen Kaderveränderungen rangieren die Bezirkshauptstädterinnen mit einem Zähler auf dem Konto auf dem letzten Tabellenplatz. „Wir werden alles daran setzen, die Klasse zu halten“, gibt sich Trainer Jaroslav Bician kämpferisch.