Erstellt am 23. März 2016, 05:04

von Peter Sonnenberg

20 Kegel fehlten zum Klassenerhalt. Trotz guter Leistung holten die Superligaherren des KSV Mistelbach in Leoben nur einen Punkt. Jetzt wartet die Relegation.

Blick ins Leere. Erhard Seimann (links) und Filip Dejda vom KSV Mistelbach.  |  NOEN, KSV

Dramatik pur in Leoben am späten Samstagnachmittag: Die Superligaherren des KSV Mistelbach eroberten im Abstiegsendspiel in der Obersteiermark „nur“ einen Punkt und müssen jetzt den bitteren Gang in die Relegation an treten. Dort wartet nach der Osterpause in einem Hin- und Rückspiel der Tabellenzweite der 1. Bundesliga Herren, der SKV Schlaining aus dem Südburgenland.

„Wir verstehen alle noch immer nicht, wie wir dieses Spiel nicht gewinnen konnten“, war Obmann-Stv. Erhard Seimann tags darauf weiterhin fassungslos. Denn nach dem Mittelpaar stand es schon 4:0 für die Mistelbacher und alles schien in der bummvollen Halle in Leoben auf den direkten Klassenerhalt hinzudeuten. Auch als Zoran Nikolic im Schlusspaar den Mannschaftspunkt abgab, war noch alles in Ordnung. Und auch Legionär Radim Metelka schien zunächst zumindest seine Pflichtaufgabe zu er füllen: Sechs Würfe vor dem Ende führte er mit 21 Kegeln. „Im Normalfall ist so eine Partie nicht mehr zu verlieren“, weiß Seimann. Im Normalfall, aber offenbar nicht in einem Abstiegsendspiel ...

Metelka wurde von Wurf zu Wurf nervöser, die Mienen seiner Mitspieler immer bleicher. Und tatsächlich gab der Tscheche den Vorsprung noch aus der Hand, Mistelbach vergab den Sieg und muss in die Relegation. Der Unglücksrabe selber war danach nur mehr ein Häufchen Elend und musste vom Rest der Mannschaft getröstet werden. „Der bitterste Punkt in der Vereinsgeschichte“, seufzte Seimann, der sich aber auch kämpferisch zeigt: „Wir packen das trotzdem.“ Höchstwahrscheinlich aber ohne Metelka, der mental dieser Drucksituation nicht gewachsen ist: „Wir überlegen, ihn nicht mehr einzusetzen, er ist fertig mit den Nerven.“