Erstellt am 20. Juli 2016, 07:08

von Peter Sonnenberg

„Das ist eine andere Welt“. Das Unterolberndorfer Top-Talent Stefan Ehrentraut (20) sammelte im ersten Halbjahr an der Alderson Broaddus University in West Virginia viele Eindrücke.

In den USA nur ein kleines Stadion, wäre die Arena in Philippi (West Virginia) in Österreich ein echtes Schmuckkästchen.  |  zVg

„Anstrengend und schön zugleich“, so beschreibt der Unterolberndorfer Football-Spieler Stefan Ehrentraut sein erstes Halbjahr an der Alderson Broaddus University in West Virginia.

Derzeit weilt er während der Semesterferien wieder im heimatlichen Wein viertel, ehe es in knapp drei Wochen zurück in die Staaten geht, wo Anfang August die Uni und Ende August die College -Saison beginnt.

Und der 20-jährige Defensivspieler hat sich etabliert im Kader der „Battlers“. Seine Mannschaft ist ein Division-II-College und spielt eine Liga unterhalb der prestigeträchtigen Division I, wo sich die besten US-Teams messen.

Der Unterolberndorfer Stefan Ehrentraut im Dress seiner „Battlers“ von der Alderson Broaddus University.  |  zVg

„Anfangs waren alle ein wenig skeptisch, was denn der Europäer so draufhat (lacht).“ Mit harter Arbeit und seinem Talent ist er aber mittlerweile fixer Bestandteil und fiebert dem Saisonstart entgegen.

„Wir spielen gleich am ersten Spieltag gegen unseren Erz rivalen, und das live im Lokalfernsehen“, so der Unterolberndorfer, der schnell merkte, wie sehr American Football in den USA fast wie Religion ist.

„Das ist eine andere Welt. Wir hatten bisher nur ein Testspiel, aber da kamen 5.000 Fans ins Stadion. So viele kommen in Österreich zum Finale der Austrian Bowl.“ Auch in Sachen Training und Umfeld geht es um einiges professioneller als hierzulande zu.

Mit der Ausbildung geht es dem 20-Jährigen, der Sport Management und Business Administration studiert, ebenfalls gut. „Ich habe mir viel leichter getan als erwartet“, hatte der Ex-Juniorenteam-Spieler keine Anpassungsschwierigkeiten. Als einziger (!) deutschsprachiger Student kommt er gar nicht in Versuchung, nicht englisch zu sprechen.

Trotz aller positiver Eindrücke findet er nicht alles gut: „Ich war entsetzt, wie oberflächlich und kulturlos die Leute sind. Natürlich nicht alle, aber leider sehr viele. Also mit dem American Way of Life kann ich mich nicht wirklich anfreunden“, so Ehrentraut.

Für den O-Liner ist auch die isolierte Lage seines Campus einengend: „Wir sind auf einem Hügel, da ist nicht viel mit Abwechslung. Aber zum Spring Break war ich in Florida. Das hat für vieles entschädigt (lacht).“