Erstellt am 27. Juli 2016, 05:00

von Peter Sonnenberg

Auf das Dach Österreichs. Gleich drei Top-Athleten des LAC Harlekin Mistelbach nahmen am Großglockner Ultratrail teil, einem der härtesten Bergläufe Österreichs – mit unterschiedlichem Erfolg.

Daumen nach oben. Die „Harlekine“ Kurt Glock (links) und Markus Reidlinger.  |  privat

Was machen Flachländer aus dem Bezirk Mistelbach auf dem höchsten Berg Österreichs? Sie nehmen am Großglockner Ultra trail teil, einem der berüchtigtsten Bergläufe Österreichs. Insgesamt drei Läufer des LAC Harlekin Mistelbach nahmen die weite Reise ins „Heilige Land“ Tirol in Angriff.

Enttäuscht.
Florian Langer vom LAC Harlekin Mistelbach musste verletzungsbedingt aufgeben.
 |  privat

110 Kilometer, gepaart mit 6.500 Höhenmetern in atem beraubender Landschaft, warteten auf die Läufer. Von den „Harlekinen“ nahm Florian Langer am Hauptbewerb teil. „Noch nie musste ich ein Rennen abbrechen, bis jetzt“, seufzte er. Denn eigentlich wollte der gebürtige Schricker bis ins Ziel kommen, doch der Körper machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Der Anfang war auch vielversprechend, die ersten 20 Kilometer meisterte der Weinviertler ohne größere Probleme.

Es fiel ihm auch relativ leicht, die ersten Anstiege zu be wältigen, bis ihm der vor knapp zehn Wochen verletzte Fuß Probleme bereitete. Wie sich später herausstellte, war der doppelte Bändereinriss noch nicht vollständig verheilt. Ans Aufgeben dachte der 25-Jährige aber vorerst nicht: „Ich behob dieses Problem so, indem ich die Belastung etwas auf das andere Bein verlagerte.“ Die Strategie ging anfangs auch auf, doch nach weiteren 20 Kilometern ging es kaum mehr, die Belastung auf dem Knie, vor allem bei den langen technischen Bergabstücken, war zu groß.

„Als das Knie zu schmerzen begann, wusste ich, dass es niemals bis ins Ziel gehen würde“, musste sich Langer eingestehen. So fasste er den Entschluss, bei der Ankunft in Kals, also bei der Hälfte des Laufs, bei Kilometer 55 und nach 4.500 Höhen metern abzu brechen. „Auch wenn es mir nicht leicht fiel“, seufzte er. Die Motivation, den Großglockner Ultratrail zu meistern bleibt aber. Schon jetzt plant er, im nächsten Jahr wieder an den Start zu gehen.

„Jetzt bin ich erst so richtig motiviert (lacht).“ Für seinen Vereins obmann Markus Reidlinger war Langers Leistung aber schon diesmal mehr als nur erwähnenswert: „Das sind schon alles Wahnsinnige, die daran teilnehmen.“ Reidlinger selbst nahm mit Kurt Glock an der Light-Variante, dem Großglockner Trail über 50 km, teil. Aber auch die beiden benötigten sieben (!) Stunden, um erschöpft ins Ziel zu kommen.